DWS Investments

Fünf Milliarden Euro abgezogen DWS: Cisco holt sein Geld heim

Stand: 20.08.2018, 11:44 Uhr

Neuer Rückschlag für die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank: der amerikanische Netzwerkausrüster Cisco hat mehrere Milliarden Euro von der DWS abgezogen. Unzufrieden waren die Amerikaner aber nicht.

Es sei Cisco darum gegangen, Gewinne im Rahmen der im vergangenen Jahr beschlossenen US-Steuerreform zu repatriieren, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Für die DWS ist die Transaktion ein schwerer Schlag, entspricht die von Cisco abgezogene Summe doch etwa 40 Prozent der Anlagegelder, die der Vermögensverwalter im ersten Halbjahr verloren hat. DWS und Cisco wollten keine Stellungnahmen abgeben.

Im Juli hatte die DWS mitgeteilt, dass sie wahrscheinlich ihr mittelfristiges Ziel verfehlen wird, in diesem Jahr drei bis fünf Prozent Nettoneugelder zu gewinnen. Der Assetmanager musste in den ersten beiden Quartalen Nettoabflüsse hinnehmen: Insgesamt zogen Investoren 12,6 Milliarden Euro ab. Die DWS sagte damals, die US-Steuerreform sei teilweise schuld, nannte aber keine Einzelheiten.

Reaktion auf die Steuerreform

Die Deutsche Bank hat die DWS im Frühjahr an die Börse gebracht und hält aktuell noch knapp 78 Prozent. Der Börsengang erweist sich jedoch als Flop: Zuletzt lag der DWS-Kurs mit 25,80 Euro gut 20 Prozent unter der Erstnotiz.

US-Unternehmen repatriierten als Reaktion auf die Steuerreform rekordhohe Beträge aus dem Ausland. Cisco allein hat im ersten Quartal Gewinne aus seinen ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von 67 Milliarden Dollar zurückgeholt, wie aus dem Finanzbericht hervorging. Das Unternehmen hat einen Teil der Gelder verwendet, um das laufende Aktienrückkaufprogramm um 25 Milliarden Dollar aufzustocken.

Von der Konkurrenz überboten

DWS-Chef Nicolas Moreau steht nun unter Druck, die Anlagegelder zu erhöhen. Er hatte deshalb Zukäufe ins Spiel gebracht. So hatte Moreau erwogen, das börsengehandelte Fondsgeschäft der Commerzbank AG zu kaufen, musste sich jedoch geschlagen geben, weil sie von der Société Générale überboten wurde.

lg