Nicolas Moreau
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Nachfolger steht bereits fest DWS-Chef gefeuert

Stand: 25.10.2018, 13:38 Uhr

Nach schwachen Geschäften und erneuter Milliardenabflüsse hat sich die Deutsche Bank mit sofortiger Wirkung von DWS-Chef Nicolas Moreau getrennt. Auch sein Nachfolger steht bereits fest.

Auf Moreau folgt Asoka Wöhrmann, der bei der Deutschen Bank zuletzt das Privatkundengeschäft in Deutschland leitete. Das teilte die Deutsche Bank am Donnerstag mit. Er verfüge über langjährige Erfahrung in Führungspositionen in der Vermögensverwaltung des Konzerns. So verantwortete er bis 2015 als globaler Chef-Anlagestratege das gesamte Fondsmanagement.

Asoka Wöhrmann

Asoka Wöhrmann. | Bildquelle: Unternehmen

Moreau war 2016 auf Betreiben des inzwischen geschassten Deutsche-Bank-Chefs John Cryan vom Versicherer Axa zu den Frankfurtern gestoßen. Zuletzt war der Druck auf ihn gestiegen, nachdem Anleger in großem Stil Geld bei der DWS abgezogen und wichtige Fondsmanager das Haus verlassen hatten. Seit Jahresbeginn flossen netto mehr als 15 Milliarden Euro bei der DWS ab. Der Aktienkurs der im Frühjahr teilweise an die Börse gebrachten DWS ist inzwischen um ein Fünftel eingebrochen.

DWS konnte Geldabfluss nicht stoppen

Erst am Mittwoch hatte die DWS melden müssen, dass es ihr auch im dritten Quartal nicht gelungen war, den Geldabfluss zu stoppen - zwischen Juni und September zogen Kunden 2,7 Milliarden Euro ab. Das verwaltete Vermögen stieg im dritten Quartal wegen Währungs- und Kursgewinnen gegenüber dem Vorquartal allerdings um fünf auf 692 Milliarden Euro, die bereinigten Erträge stagnierten bei 574 Millionen Euro. Die Margen bleiben wegen des harten Konkurrenzkampfs und der Beliebtheit von ETFs unter Druck.

Anleger reagieren positiv

Die Anleger der Fondstochter der Deutschen Bank freut die Nachricht über den Führungswechsel offenbar. Die DWS-Aktie gewinnt zur Stunde über drei Prozent an Wert.

tb