Berliner Startup Barzahlen

Berliner Startup Barzahlen kooperiert mit Amazon Durchbruch im Online-Shopping mit Bargeld?

Stand: 30.11.2018, 11:57 Uhr

Das junge Unternehmen Barzahlen arbeitet neuerdings mit dem US-Handelsriesen Amazon zusammen. Die Zusammenarbeit könnte hierzulande bei der Barzahlung im Internet für einen Durchbruch sorgen. Derweil gibt es auch Neuigkeiten über Apple Pay - nur leider nicht in Deutschland.

Auf der Startseite von barzahlen.de findet man schnell die Partner des Startups aus Berlin: Neben mehreren Banken, Apotheken, Energieversorgern und Online-Händlern prangt nun auch das Logo von Amazon auf der Website. Wie die genaue Zusammenarbeit aussehen soll, gaben die beiden Firmen noch nicht bekannt. Laut Handelsblatt geht es allerdings um das das Angebot "Amazon vor Ort aufladen", das in den USA unter dem Namen "Amazon Cash" bekannt ist.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Kunden wählen beim Kauf von Artikeln über Amazon Barzahlen als Zahlungsart aus. Danach erhalten sie einen Barcode per SMS oder per E-Mail zum Ausdrucken. Der Barcode wird anschließend an der Kasse eines kooperierenden Händlers gescannt und der fällige Betrag bezahlt. Amazon wird benachrichtigt und versendet das gekaufte Produkt.

Bald in 12.000 Filialen möglich?

Die Möglichkeit besteht zwar schon seit diesem Sommer, allerdings nur bei 800 Verkaufsstellen des Händlernetzes Valora in Deutschland: darunter Kioske und Stores der Deutschen Bahn. Dank der insgesamt 12.000 Partnerfilialen von Barzahlen dürfte sich das Ganze deutlich ausweiten.

In kaum einem Land ist die Vorliebe für die Barzahlung so groß wie in Deutschland. Laut einer Studie der EZB von 2017 werden rund 80 Prozent aller Zahlungen an der Kasse in bar getätigt. In den Niederlanden beispielsweise sind es nur noch 45 Prozent.

Neue Zielgruppen im Online-Handel

Das ist auch für den E-Commerce ein Problem: "Schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der potenziellen Onlinekäufer sind vom Einkauf im Internet ausgeschlossen, weil sie keine Kreditkarte haben, kein Onlinebanking nutzen, weil ihr Konto gepfändet wird oder sie ihre Zahlungsdaten online nicht preisgeben möchten", sagte Sebastian Seifert, einer der Gründer und Finanzchef des 2011 gegründeten Startups, dem Handelsblatt. Auch Bargeldliebhaber können nun also online shoppen.

Fraglich ist laut Experten allerdings, ob sich alle Partner von Barzahlen der Kooperation anschließen. Amazon ist ein großer Konkurrent vieler stationärer Händler. Doch auch bei den anderen etwa 600 Online-Anbietern, bei denen Barzahlen das Verfahren eingebunden hat, machen Rewe, Penny, dm, Real oder Mobilcom-Debitel mit.

Apple Pay kommt immer noch "bald"

Besonders Bezahldienste via Smartphone stehen in Deutschland derzeit im Fokus: Google startete sein System Google Pay hierzulande im Juni und hat viele Banken sowie Online-Marktführer PayPal für die Zusammenarbeit gewonnen. iPhone- oder Apple Watch-Nutzer müssen sich aber weiter gedulden.

Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
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Bezahlen mit dem Apple iPhone

Apple Pay. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Beinahe den gesamten November über spekulierten viele Medien über den baldigen Start von Apple Pay, auf der neu eingerichteten deutschen Website steht jedoch weiterhin lediglich "Kommt bald". Stattdessen startete der Bezahldienst in dieser Woche offiziell in Belgien, Kasachstan und Saudi-Arabien, obwohl die Ankündigung des iPhone-Hersteller deutlich später kam.

Bereits im Juli kündigte Apple-Chef Tim Cook das Bezahlverfahren hierzulande an. Gestartet war das Bezahlverfahren auf dem Apple-Heimatmarkt in den USA - bereits vor vier Jahren. Ein Jahr später kam es bereits erstmals nach Europa.

tb