Managerfiguren stehen auf Geldstapeln
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DSW-Vergütungsstudie: Das verdienten Dax-Bosse „Der Trend wachsender Vorstandsgehälter ist gebrochen“

Stand: 11.06.2019, 12:00 Uhr

Die Vorstandsgehälter der Dax-Konzerne sind im vergangenem Jahr gesunken, wie eine aktuelle Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) herausgefunden hat. Darin spiegele sich, dass die Gesamtaussichten der deutschen Unternehmen schlechter geworden seien.

„Sicher, gute Leistung soll gut vergütet werden. Wenn es aber schlecht läuft, muss der Vorstand dies ebenfalls im Portemonnaie spüren“, kommentiert Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW. Und im vergangenen Jahr war das offenbar tatsächlich so: Die Vorstandsgehälter der Dax-Konzerne sanken im Schnitt um 2,0 Prozent, wie sich aus der Studie ergibt, die der DSW gemeinsam mit der TU München durchgeführt hat. Im Durchschnitt verdienten Dax-Bosse im Jahr 2018 demnach 5,415 Millionen Euro.

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)

Marc Tüngler von der DSW: "Im Portemonnaie spüren". | Bildquelle: picture alliance / dpa

Damit entwickele sich die Vorstandsvergütung in eine andere Richtung als die Bruttolöhne und -gehälter in Deutschland. Diese seien nämlich im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent gewachsen, schreiben die Experten. „Der Trend wachsender Vorstandsgehälter ist damit erst einmal gebrochen“, sagt Prof. Gunther Friedl von der TU München.

Der Unterschied zu den Mitarbeitern der Dax-Unternehmen bleibt aber hoch. Die Vorstände haben 2018 genau wie im Vorjahr das 52-fache ihrer Mitarbeiter verdient.

Durchschnittliches Vorstandsgehalt

Durchschnittliches Gehalt eines Vorstands.

Der Aktienkurs wird immer wichtiger

„Bemerkenswert ist die große Veränderung bei der Struktur der Vergütung“, kommentiert Friedl. Vorstände erhielten im Wesentlichen die drei Bestandteile Fixvergütung, variable Vergütung und aktienkursbasierte Vergütung. Hier gebe es laut Friedl eine starke Verschiebung hin zu aktienkursorientierter Vergütung. Sie nahm um 11,9 Prozent zu und macht inzwischen 30,4 Prozent der Gesamtvergütung aus. „Diesen Trend halten wir für richtig“, meint Friedl, „weil der Aktienkurs die langfristige Wertentwicklung eines Unternehmens am besten widerspiegelt“.

So hatte der Dax 2018 im Jahresverlauf 18,3 Prozent eingebüßt, während die operativen Ergebnisse der Dax-Konzerne von 124 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 131 Milliarden Euro anstiegen. Die rückläufigen Aktienkurse deuteten laut Friedl bereits an, dass sich die Zukunftsaussichten für die deutschen Unternehmen verschlechtert hätten.

„Gesellschaftliche Akzeptanz nicht aus den Augen verlieren“

Die Fixvergütung ist laut DSW-Daten um 2,6 Prozent gestiegen und trage 32,9 Prozent zur Gesamtvergütung bei. Deutlich zurückgegangen seien die variablen Boni. Trotz des Rückgangs um 14,2 Prozent machen sie aber mit einem Anteil von 36,7 Prozent an der Gesamtvergütung den größten Teil der Vergütung aus.

Top-Verdiener unter Dax-Managern

Top-Verdiener unter den Dax-Managern.

Marc Tüngler stellt fest: „Die variablen Vergütungsbestandteile bleiben der wesentliche materielle Anreiz, um die Ziele der Geschäftspolitik zu verfolgen. Sie sind Motivation und Belohnung für konkretes Handeln, für operative Leistungen, für eine strategische Ausrichtung, die die langfristige Entwicklung der Gesellschaft fördert, und für verantwortungsbewusstes Verhalten.“ Es gelte Tüngler zufolge auch, die gesellschaftliche Akzeptanz nicht aus den Augen zu verlieren.

Übrigens machen die Vorstandsgehälter der Dax-Unternehmen 0,5 Prozent der Gewinne aus. Spitzenverdiener im deutschen Leitindex war Bill McDermott, der Chef von SAP mit einer Gesamtvergütung von 10,8 Millionen Euro.   

Vergütung der US-Vorstandsvorsitzenden

Top Verdiener in den USA.

Und was verdienen die anderen so?

Wir kennen das: Beim Gehalt ist man erst dann so richtig zufrieden, wenn man im Vergleich mit den Kollegen besser abschneidet. Und verglichen mit den Spitzenverdienern in Europa und den USA sieht das Gehalt von SAP-Boss McDermott noch ausbaufähig aus.

Die DSW nahm den französischen Leitindex CAC 40, den Schweizer SMI sowie den EuroStoxx 50 in den Blick. Der Vorstandsvorsitzende des belgischen Getränkegiganten AB InBev, Carlos Brito, ist hier der Topverdiener. Er durfte sich 2018 über gut 31,8 Millionen Euro freuen, also rund dreimal so viel wie McDermott. Auf Platz zwei folgte mit etwa 22,9 Millionen Euro Bernard Charlès, CEO von Dassault Systems.

AB InBev-Chef Carlos Brito

AB InBev-Chef Carlos Brito. | Bildquelle: Imago

Aber da ist noch mehr drin: Im Dow-Jones-Index bekam Disney-Boss Robert Iger die höchste Vergütung. Insgesamt summieren sich seine Vergütungsbestandteile auf knapp 55,6 Millionen Euro. Im letzten Jahr lag Iger mit rund 32 Millionen Euro ebenfalls an der Spitze der Liste der US-Top-Verdiener. Unverändert auf Rang zwei folgt James Dimon, der CEO von JPMorgan Chase, dem 23,3 Millionen Euro gutgeschrieben wurden. Im Vorjahr lag seine Vergütung bei 25 Millionen Euro.

ts

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Das verdienten die Dax-Bosse 2018 Gehaltsranking

SAP-Chef Bill McDermott

Bill McDermott, SAP
Der SAP-Chef belegt in der Gehaltsrangliste Platz 1 mit einer Gesamtvergütung von 10,83 Millionen Euro.