Albert Finney und Julia Roberts in

Erin Brockovich, übernehmen sie! Droht PG&E die Pleite?

Stand: 19.11.2018, 14:53 Uhr

Ist der US-Versorger PG&E für den Waldbrand in Kalifornien verantwortlich? Es drohen Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe. PG&E ist der Welt aus dem Hollywood-Film „Erin Brockovich“ mit Julia Roberts bekannt. Wird sich die echte Erin auch diesmal einschalten?

Die Aktie von PG&E war in den vergangenen Tagen zeitweise um rund 50 Prozent eingebrochen. Die Investoren fürchteten, dass der Versorger eine Ursache für die verheerenden Brände war, bei denen bislang 77 Menschen ums Leben gekommen sind. Eventuell könnte defektes Gerät des Unternehmens für die Brände verantwortlich sein.

Das Feuer gilt als das zerstörerischste in der Geschichte Kaliforniens. Bisher breitete es sich auf 607 Quadratkilometern Fläche aus, das entspricht rund zwei Dritteln der Fläche Berlins. Mehr als 10.000 Häuser wurden laut Medienberichten zerstört.

Der Gesamtschaden wird viele Milliarden Dollar betragen, über die Höhe kann derzeit nur spekuliert werden. Jedenfalls könnte eine Verurteilung die finanziellen Kapazitäten PG&Es übersteigen.

 Der nächste Hollywood-Film?

Zuletzt hatten sich allerdings kalifornische Aufsichtsbehörden zum Fall PG&E geäußert. Michael Picker, Boss der California Public Utilities Commission, meinte, er könne sich nicht vorstellen, dass man den Konzern Pleite gehen lassen werde. Versorger müssten die wirtschaftliche Unterstützung erhalten und die Dollars bekommen, die sie gerade jetzt benötigten. Der Aktie gaben die Aussagen wieder Auftrieb.

Erin Brockovich

Die echte Erin Brockovich. | Bildquelle: picture alliance/Everett Collection

PG&E ist in Bezug auf Schadenersatzprozesse kein unbekanntes Unternehmen. Im Jahr 1996 zahlte der Konzern wegen vergiftetem Grundwasser 333 Millionen Dollar, seinerzeit die größte Schadenersatzsumme in der Geschichte der USA. Steven Soderbergh verfilmte die Geschichte im Jahr 2000 unter dem Titel „Erin Brockovich“ mit Julia Roberts in der Hauptrolle.

Auch den Nachforschungen der echten Erin Brockovich, die für die Kanzlei  Masry & Vititoe als Anwaltsgehilfin arbeitete, war es zu verdanken, dass dieser Erfolg für die Kläger erzielt wurde.

ts