Auf einem Schild mit United Internet-Schriftzug spiegelt sich die Unternehmenszentrale
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Aktie bricht ein Drillisch beflügelt United Internet

Stand: 22.03.2018, 09:09 Uhr

Der Internetdienstleister United Internet, besser bekannt unter den Marken GMX und 1&1, ist im vergangenen Jahr zweistellig gewachsen. Dazu trug der übernommene Mobilfunkanbieter Drillisch bei. Der Ausblick enttäuscht aber die Anleger.

Der deutsche Internet-Vorzeigekonzern aus dem Westerwald erwirtschaftete 2017 erstmals mehr als vier Milliarden Euro Umsatz. Die Erlöse kletterten um 10,5 Prozent auf gut 4,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Kundenverträge stieg um 6,1 Millionen auf ein neues Rekordniveau von 22,89 Millionen.

Fast eine Milliarde Euro verdient

Operativ verdiente United Internet fast eine Milliarde Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 17,3 Prozent auf knapp 980 Millionen Euro. Das Ebit lag bei 705,9 Millionen Euro.

Größter Wachstumstreiber war Drillisch, die United Internet im Sommer mehrheitlich übernommen hat. Der Mobilfunkanbieter aus dem hessischen Maintal, bekannt für Marken wie Yourphone und Smartmobil.de, steigerte seinen Umsatz um fast 16 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro und das bereinigte Ebitda um mehr als ein Drittel auf 532 Millionen Euro.

Die Aktionäre sollen an der guten Entwicklung teilhaben. Ihnen winkt eine um fünf Cent höhere Dividende von 85 Cent. Drillisch will die Dividende um 20 Cent auf 1,80 Euro je Anteilsschein erhöhen.

Fünf-Milliarden-Marke im Blick

Für das laufende Jahr peilt der United-Internet-Konzern ein Umsatzwachstum auf etwa 5,2 Milliarden Euro an. Das Ebitda soll auf rund 1,2 Milliarden Euro klettern. Drillisch stellt 3,7 Milliarden Euro bei den Erlösen und 750 Millionen Euro beim Ebitda in Aussicht.

Die Anleger hatten beim Gewinnausblick aber noch mehr erhofft. Die Aktien von United Internet sacken zur Xetra-Eröffnung um über zehn Prozent ab. Der Internet-Titel ist allerdings schon stark gelaufen. Auf Ein-Jahres-Sicht ist er um 50 Prozent gestiegen. Die Papiere von 1&1 Drillisch büßen fünf Prozent ein.

Viertgrößter Telekom-Konzern

Durch den Schulterschluss mit Drillisch behauptet sich United Internet als Nummer vier auf dem deutschen Mobilfunk-Markt. Der Rückstand auf die Konkurrenz ist allerdings enorm: Telekom, Vodafone und O2 haben jeweils 40 bis 45 Millionen Mobilfunk-Kunden. United Internet und Drillisch haben keine eigenen Mobilfunknetze, sondern mieten die Dienste der drei Betreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland. Kürzlich warb United-Internet-Chef Ralph Dommermuth für ein Bündnis zum Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland.

nb