FFP3-Maske

Prognose angehoben Corona verschafft Drägerwerk langen Atem

Stand: 16.04.2020, 09:14 Uhr

Früher galt der Medizintechnikkonzern aus dem hohen Norden als ziemlich langweilig. Nun zählt Drägerwerk zu den wenigen deutschen Kursgewinnern in der Corona-Krise. Denn die Lübecker stellen lebenswichtige Beatmungsgeräte her. Das Geschäft boomt.

Im ersten Quartal verzeichnete Drägerwerk einen starken Auftragseingang. Dieser verdoppelte sich auf rund 1,39 Milliarden Euro - nach 648 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Gefragt seien insbesondere Produkte, die für die Behandlung von Covid-19-Patienten benötigt würden: Beatmungsgeräte, Patientenmonitore und dazugehöriges Verbrauchsmaterial. Um die Aufträge abzuarbeiten, hat Drägerwerk die Produktionskapazitäten erhöht.

Quartalsverlust deutlich eingedämmt

Der Umsatz zog im Auftaktquartal währungsbereinigt um über sieben Prozent auf rund 640 Millionen Euro an. Zwar schreibt das Medizintechnik- und Sicherheitstechnik-Konzern immer noch rote Zahlen, die Verluste wurden aber deutlich reduziert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei minus 0,6 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Verlust von 10,7 Millionen Euro gegeben.

Der Auftragsboom in der Corona-Krise stimmt die Lübecker optimistischer für das laufende Jahr. Das Unternehmen hob am Mittwochabend seine Prognose für 2020 an und teilte mit, dass ein starker Auftragseingang im ersten Quartal "Chancen auf deutlich höheres Umsatz- und Ergebnisniveau" eröffne. Dräger hatte jüngst von der Bundesregierung einen Großauftrag für Beatmungsgeräte erhalten.

Aktie nimmt wieder Fahrt auf

Die Aktie von Drägerwerk legt am Donnerstag über drei Prozent. Seit Jahresbeginn hat der SDax-Titel fast 60 Prozent an Wert gewonnen. Der Kurs erreichte den höchsten Stand seit August 2018.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Dräger seinen Umsatz um sieben Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um sechs Prozent auf 66,6 Millionen Euro zu. Die Dividenden für die Stamm- und Vorzugsaktien sollen mit 13 und 19 Cent stabil bleiben.

nb