Hönle

Im Kampf gegen Covid-19 Dr. Hönle strahlt zweistellig

Stand: 25.05.2020, 18:14 Uhr

Eigentlich ist Dr. Hönle ein Hersteller von UVC-Bestrahlungsgeräten für die Klebstoffhärtung und die Trocknung von Farben und Lacken. Doch die Strahlen haben auch eine entkeimende Wirkung - selbst bei Corona-Viren.

So sei es Hönle und einem Labor der Goethe-Universität Frankfurt gelungen, den Nachweis über die Entkeimungswirkung von UVC-Strahlen bei SARS-CoV-2-Viren zu erbringen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens aus Gräfelfing bei München.

In wenigen Sekunden werde durch die Bestrahlung mit einer UVC-Entladungslampe oder UV-LED des Unternehmens eine Inaktivierungsrate von 99,99 Prozent erreicht – eine schnelle, zuverlässige und chemiefreie Entkeimung für Oberflächen und Raumluft.

Ausblick gesenkt

Bei den Anlegern schlug die Nachricht ein wie eine Bombe: Die im Freiverkehr der Frankfurter Börse notierte Aktie schoss um über 30 Prozent nach oben über die Marke von 48 Euro. Damit beschleunigt das Papier seine fulminante Erholung der letzten Wochen, nachdem es am 23. März bei 25,50 Euro auf sein bisheriges Jahrestief gefallen war.

Dabei hat das Unternehmen erst Mitte Mai seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20 zurückgezogen. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung der Hönle Gruppe sind derzeit nicht abzuschätzen, hieß es. Die in vielen Ländern erfolgten Ausgangsbeschränkungen und die Beeinträchtigung der Produktionsprozesse führten zu einer signifikanten Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Ausblicks.

UV-Technologie sichert die meisten Einnahmen

Hönle war davon ausgegangen im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 einen Umsatz von 105 bis 115 Millionen Euro zu erzielen, nach 108 Millionen im Vorjahr, und ein Betriebsergebnis von 17 bis 20 Millionen Euro (17 Millionen im Vorjahr).

Den Großteil seiner Einnahmen generiert das Unternehmen mit Geräten, wie sie der heutige Aufsichtsratschef Karl Hönle vor 44 Jahren entwickelt hat und die auf der UV-Technologie basieren. Die Anlagen simulieren Sonnenlicht, entkeimen Oberflächen oder trocknen frisch Gedrucktes. Und liefern damit Lösungen in der Photovoltaik-, Lebensmittel- und Druckindustrie.

Einbrechende Nachfrage

Im ersten Quartal (bis Ende Dezember 2019) krankte das Unternehmen an der einbrechenden Nachfrage seiner Großkunden. Insbesondere im Segment Klebstoffe blieben wichtige Aufträge aus, die dem Konzern im Vorjahr noch Rekordeinnahmen beschert hatten.

Ob sich nun der Einsatz von UVC-Strahlen gegen das Coronavirus auch in der geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens niederschlägt, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen äußert sich dazu in der Pressemitteilung nicht. Bisher erhoffte sich Hönle vor allem von der wieder angelaufenen Autoherstellung sowie von der Hoffnung auf anziehende Handy-Verkäufe neue Impulse. Von seinem im Sommer 2018 markierten Rekordhoch von 89,20 Euro ist die Hönle-Aktie trotz der jüngsten Aufholphase noch weit entfernt.

lg/rm