Marcel Fratzscher, DIW

DIW-Chef Fratzscher kritisiert "Herdenverhalten" in der Coronakrise

Stand: 01.03.2020, 11:08 Uhr

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Der Ökonom Marcel Fratzscher hält verbreitetes "Herdenverhalten" für eine der größten Gefahren in der aktuellen Coronakrise. "Das ist meine große Sorge: Diese Panik, dieses Herdenverhalten von Finanzinvestoren", sagte der Chef des Berliner DIW der "Passauer Neuen Presse". "So etwas gibt es auch bei Unternehmen und Konsumenten. Das ist zum Teil sehr irrational." Im schlimmsten Fall könne dies einen Abwärtsstrudel auslösen.

Fratzscher zeigte sich besorgt, dass "Dinge, die wir in China sehen, nämlich Verhaltensänderungen bei den Konsumenten" bei einer Ausweitung der Krise bald auch in Europa und Deutschland möglich seien. Dafür gebe es schon erste kleine Anzeichen. Irgendwann könnten Firmen und Verbraucher auf die vielen Unsicherheiten mit Verhaltens- und Nachfrageänderungen reagieren. Dann könnte eine Teufelsspirale drohen, in der Finanzmärkte absacken, die Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren und Verbraucher ihre Nachfrage eindämmen.