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Großbritannien langt zu Digitalsteuer für Google & Co

Stand: 29.10.2018, 19:48 Uhr

Jetzt geht es Internetkonzernen wie Google, Facebook und Amazon an den Kragen. Die britische Regierung plant eine neue Digitalsteuer.

Es sei nicht wirklich fair, dass Onlineplattformen in Großbritannien erhebliche Summen erwirtschaften, ohne dass dort Steuern darauf gezahlt werden. Klare Worte vom britischen Finanzminister Philip Hammond, der am Montag im Parlament in der jährlichen Haushaltsdebatte eine neue Steuer ankündigte.

Zahlen müssen die Großen

Von April 2020 an sollen den Plänen zufolge profitable Unternehmen eine Steuer von zwei Prozent auf das mit britischen Nutzern verdiente Geld zahlen. Das Finanzministerium verspricht sich Einnahmen von 400 Millionen Pfund (knapp 450 Millionen Euro) pro Jahr.

Die Digitalsteuer soll eher etablierte Technologieriesen belangen als Start-up-Firmen, erläuterte er. Zahlen sollen Internetfirmen, die weltweit einen Umsatz von mindestens 500 Millionen Pfund (umgerechnet rund 560 Millionen Euro) erzielen. In Frage kommen Suchmaschinen, soziale Medien und Online-Händler.

Ein Millionengeschäft

Die neuen Steuer dürfte vor allem US-Unternehmen betreffen. Daher dürfte sie bei US-Präsident Donald Trump kaum auf Begeisterung stoßen. Sie kommen in einer Zeit, da Großbritannien nach dem geplanten Brexit neue Handelsabkommen mit den USA schließen will.

Hammond sagte aber auch, wenn es eine globale Alternative gäbe, könnte er seine Pläne auch aufgeben.

bs