Deutschland, deine Investoren

Porträt Dietmar Hopp

Unternehmensgründer, Sponsor und Mäzen Dietmar Hopp, der gute Mensch aus Hoffenheim

von von Robert Minde

Stand: 31.01.2014, 15:12 Uhr

Der Mitbegründer des Softwareriesen SAP hat maßgeblichen Anteil daran, dass Deutschland kein weißer Fleck auf der internationalen IT-Landkarte ist. Aber er hat noch vieles andere auf den Weg gebracht, was ihn zu einem außergewöhnlichen Menschen macht.

Lebensläufe wie die von Dietmar Hopp passen eigentlich besser zu Amerika, wo das Motiv, vom Tellerwäscher zum Milliardär aufzusteigen, besser zur Lebensphilosophie des weiten Landes und seiner Menschen zu passt.

Das heißt nicht, dass nicht auch Deutschland phantastische Erfolgsgeschichten zu bieten hat. Mut zum Risiko, dabei gleichzeitig eine klare Philosophie vor Augen, das sind die Zutaten, die das Lebenswerk von Dietmar Hopp bestimmen. Hinzu kommen eine gehörige Portion Begeisterungsfähigkeit und der Wille, extrem hart zu arbeiten. Das Ergebnis ist bemerkenswert, auch wenn der heute 73-Jährige selber einräumt: "Man braucht viel Glück und zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee und vollen Einsatz."

SAP entsteht

Dietmar Hopp hat sich bei dieser Aussage besonders auf die Gründung von SAP im Jahre 1972 bezogen. Der Grundstein für den Konzern, wie wir ihn heute kennen, wurde bereits ab dem Jahr 1966 gelegt, als Hopp seine berufliche Laufbahn bei der amerikanischen IBM, der Mutter aller IT-Firmen, startete.

Er wagte 1972 zusammen mit drei anderen Mitstreitern den Sprung in die Selbstständigkeit. Die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt war dabei die Erkenntnis, dass die meisten Firmenkunden dieselben Anforderungen an ihre betriebswirtschaftlichen Anwendungen hatten. Seinerzeit wurde aber für jedes Unternehmen noch eine individuelle Software programmiert.

SAP-Gründer (v.l.) Klaus Tschira, Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector

SAP-Gründer (v.l.) Klaus Tschira, Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector. | Bildquelle: SAP

Es lag also nahe, eine einheitliche, kommerzielle Anwendersoftware auf den Bildschirm zu bringen, die die eingegebenen Informationen in Echtzeit ("Real Time") verarbeitet. Die Grundlage für das Finanzbuchhaltungssystem "RF" war geschaffen, wobei das "R" bis heute für Real Time steht. 1972 erhielten die Gründer der neuen Firma einen ersten Entwicklungsauftrag von der Deutschland-Niederlassung des britischen Chemieunternehmens ICI, deren Rechner Hopp und seine Kollegen meist außerhalb der Arbeitszeiten umrüsteten.

Stürmisches Wachstum

Der Grundstein für den Erfolg war gelegt, 1972 erzielten die Jungunternehmer schon 620.000 DM Umsatz, 1977 waren es bereits 3,8 Millionen. 1977 wurde das Unternehmen in "Systeme, Anwendungen, Produkte in der Datenverarbeitung GmbH" umbenannt. 1979 gelang dann der entscheidende Meilenstein mit der standardisierten Software "R2" - Echtzeitdaten, die auf allen Rechnern eines Kunden zur Verfügung standen. Am Anfang umfasste das Programm die Produktbereiche Finanzbuchhaltung und Materialwirtschaft, danach erweiterte SAP systematisch die Anwendungsbereiche (vor allem um Steuerungsfunktionen, etwa in der Produktion und Instandsetzung).

In der Folge interessierten sich nicht nur Großkonzerne für die SAP-Anwendungen, sondern zunehmend auch der Mittelstand. Auch Hopps ehemaliger Arbeitgeber IBM wurde SAP-Kunde. Mit dem Wachstum kam 1988 der erste Teilbörsengang der SAP und Hopp übernahm den Vorstandsvorsitz des Unternehmens. Seit 1995 ist die SAP-Aktie im Auswahlindex Dax vertreten, der Softwarekonzern setzt heute rund 17 Milliarden Euro um - und spielt in einer Liga mit den US-Konkurrenten Oracle und Microsoft.

Hopp selbst, im Unternehmen "Vadder Hopp" genannt, blieb bis 1998 an der Spitze und wechselte danach in den Aufsichtsrat, dem er bis 2003 angehörte. Im Unternehmen übernahmen Mitbegründer Hasso Plattner und Vorstand Henning Kagermann das Kommando. Plattner folgte 2003 in den Aufsichtsrat, Hopp zog sich im Jahr 2005, im Alter von 65 Jahren, endgültig aus dem Kontrollgremium zurück. Er blieb aber mit einem Anteil von knapp zehn Prozent am Unternehmen beteiligt, den er auch heute noch hält. Trotz der globalen Ausrichtung ist SAP der Rhein-Neckar-Region stets verbunden geblieben, was maßgeblich auf den Einfluss Dietmar Hopps zurückgeht.