Interbrand-Rangliste der

Apple vor Amazon Die wertvollsten Marken werden noch wertvoller

Stand: 20.10.2020, 10:27 Uhr

Die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Markenwerte der teuersten Unternehmen der Welt ausgewirkt. Die aktuelle Aufstellung der Markenberatung Interbrand zeigt: High-Tech, Social Media und Medien sind die Gewinner der Krise.

Die wertvollsten Marken der Welt, das sind fast deckungsgleich auch die Konzerne mit dem höchsten Börsenwert und den größten Umsatz- und Gewinnmaschinen auf dem Planeten. Und genau wie ihren Börsenwert konnten sie auch ihre Markenwerte in den vergangenen Monaten deutlich steigern.

Apple vor Amazon und Microsoft

So konnte der iPhone-Hersteller Apple seinen Markenwert im Vorjahresvergleich um 38 Prozent auf 323 Milliarden Dollar steigern. Hinter der wertvollsten Marke Apple kommt der Online-Händler Amazon auf 200 Milliarden Dollar Markenwert, ein Plus von 60 Prozent, das stark mit der gestiegenen Nachfrage nach Online-Shopping in der Virus-Pandemie korrespondiert.

Auch der Drittplatzierte des Rankings, der Software-Konzern Microsoft, hatte dank des Booms von Home Office und Video-Konferenzen seit dem Frühjahr einen Schub auch beim Markenwert zu verzeichnen. Interbrand attestiert der Marke das Software-Giganten einen Wertzuwachs um 53 Prozent auf 166 Milliarden Dollar.

Einzige deutsche Marke in den Top 10 ist Mercedes-Benz. Die Automarke verlor gegenüber dem Vorjahr drei Prozent auf 49,3 Milliarden Dollar.

Wer seinen Kunden bindet, erhöht seinen Wert

Auf den hinteren Rängen in den Top 100 ergeben sich ebenfalls bemerkenswerte Verschiebungen. Social Media-Marken wie Instagram (Tochter von Facebook) auf Platz 19, die Google-Plattform Youtube auf Platz 30 oder der Videokonferenz-Spezialist Zoom auf Platz 100 zeigen die Folgen der Corona-Pandemie im Bewusstsein auch vieler Konsumenten. Besonders Konzerne, die ihre Kunden über Abo-Systeme wie bei Apple, Amazon oder auch Google an sich binden, konnten ihre Marktmacht steigern. Dazu gehören auch die Streaming-Dienste Netflix (Platz 41) und Spotify (Platz 70), die beide ihren Markenwert deutlich steigern konnten.

Umgekehrt verloren die Marken von klassischen Konsumunternehmen wie Zara (Platz 35) oder H&M (Platz 37) nicht nur an Wert, sondern rutschten im Ranking auch ab.

Insgesamt hat die Corona-Krise den wichtigsten Marken nichts an Wert anhaben können. Die Top 100-Marken laut Interbrand haben ihren gemeinsamen Wert binnen eines Jahres um neun Prozent auf 2,34 Billionen Dollar gesteigert.

AB