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Gescheiterte Übernahmeversuche der Deutschen Börse Was alles schon versucht wurde

London Stock Exchange

Juli 2000: Pläne für die "iX international exchange"
Bereits im Jahr 2000 beginnt die Annäherung zwischen den beiden Börsenbetreibern in London und Frankfurt. Pläne für eine gemeinsame Plattform namens "iX" scheiterten aber am mangelnden Interesse anderer Börsenbetreiber, sich zu beteiligen.

Gescheiterte Übernahmeversuche der Deutschen Börse Was alles schon versucht wurde

London Stock Exchange

Juli 2000: Pläne für die "iX international exchange"
Bereits im Jahr 2000 beginnt die Annäherung zwischen den beiden Börsenbetreibern in London und Frankfurt. Pläne für eine gemeinsame Plattform namens "iX" scheiterten aber am mangelnden Interesse anderer Börsenbetreiber, sich zu beteiligen.

Jean-Francois Théodore

Sommer 2003: Gespräche mit Jean-Francois Théodore, Euronext
Ab Sommer 2003 trat dann der seinerzeitige Börsenchef Werner Seifert auf den Plan. Er trieb das Übernahmekarussell so richtig voran. Zunächst sprach er mit dem Chef der Vier-Länder-Börse Euronext mit Sitz in Paris, Jean-Francois Theodore (im Bild). Im Sommer 2003 scheitern Fusionsgespräche an unterschiedlichen Vorstellungen über die Bewertung beider Börsenbetreiber. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Theodore in den Brennpunkt der Übernahmefantasie rückte.

Werner G. Seifert, ehemaliger Chef der Deutschen Börse in Frankfurt

Dezember 2004: Seifert bietet zwei Milliarden für die LSE
Seiferts größter Deal sollte die Übernahme der LSE werden, für die er im Dezember 2004 ein Übernahmeangebot im Volumen von zwei Milliarden Euro vorlegte. Das Vorhaben scheiterte aber im März 2005 am Deutsche-Börse-Aktionär TCI, einem Hedge-Fonds.

Schweizer Börse SWX in Zürich

August 2004: SWX winkt ab
Auch die Schweizer Börse SWX lehnte im August 2004 Pläne der Deutschen Börse für eine Fusion ab.

Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG

Februar 2006: Reto Francioni bietet für die Euronext
Nachdem Seifert nicht zum Zuge kam, folgte ihm Reto Francioni an die Spitze des Unternehmens. Auch Francioni versuchte ab 2006 erneut, bei der Euronext zu landen. Nach langen Diskussionen konnten sich beide Partner aber nicht einigen. Unter anderem an der Frage, wo der neuer Börsenbetreiber seinen Hauptsitz haben sollte, scheiterte der Deal. Angedacht war Frankfurt, Theodore sollte das gemeinsame Unternehmen führen.

NYSE Euronext-Schriftzug

Sommer 2006: Euronext geht an die NYSE
Statt nach Frankfurt wurde die Euronext dann an die New York Stock Exchange (NYSE) und damit nach Amerika verkauft. Im Dezember 2008 dann loteten die Deutsche Börse und die vereinigte NYSE Euronext vergeblich eine Fusion aus.

Eu-Flaggen vor dem Europa-Parlament in Brüssel

April 2011: Neuer Anlauf
Auch ein neuer Flirt mit der NYSE Euronext scheiterte 2011 an der Ankündigung des Konkurrenten OMX-Nasdaq, ein solches Buhlen mit einer Gegenofferte zu beantworten. Den Schlusspunkt setzte dann knapp ein Jahr später die EU-Kommission, die die Fusion mit den Amerikanern aus wettbewebsrechtlichen Gründen unterband. Francionis Traum war endgültig geplatzt.

Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter

Frühjahr 2017: Kengeters neuer Anlauf gescheitert
Francionis Nachfolger Carsten Kengeter kaufte zunächst im Juli die Devisenplattform 360T für 725 Millionen Euro. Das Thema LSE lief hingegen weniger gut. Der Zusammenschluss von Frankfurter und Londoner Börse scheiterte auch im fünften Anlauf. Die London Stock Exchange teilte überraschend mit, dass sie eine Forderung der EU-Kommission nicht erfüllen werde, die zur Freigabe der Fusion mit der Deutschen Börse notwendig sei.