Lufthansa-Maschine mit Kondensstreifen vor dunkelblauem Himmel

Aktie lässt sich nicht bremsen Lufthansa: Hoher Ticketpreis? Ermittlungen? Egal!

Stand: 24.11.2017, 13:50 Uhr

Der Lufthansa droht Ungemach: Das Bundeskartellamt ermittelt wegen der Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite gegen die Fluggesellschaft. Die Börse bleibt gelassen.

Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Lufthansa-Preise zu prüfen. "Wir haben die Deutsche Lufthansa gebeten, uns Informationen über ihre Preissetzung zur Verfügung zu stellen. Wir werden uns die Daten ansehen und dann darüber entscheiden, ob wir ein Verfahren einleiten", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Schätzungen von Experten sind die Preise auf manchen Strecken um bis zu 30 Prozent angestiegen, da nach dem Ausscheiden von Air Berlin jeden Tag Zehntausende Plätze im Flugverkehr fehlen. "Der Wegfall von Air Berlin schadet dem Wettbewerb und verknappt momentan das Angebot insbesondere auf vielen innerdeutschen Flugstrecken. Uns liegen Beschwerden über erhebliche Preiserhöhungen zum Nachteil der Kunden vor", erklärte Mundt.

Das System ist Schuld

Die Lufthansa hatte mehrfach betont, dass sie ihre Preisstruktur nicht verändert habe. Die höheren Durchschnittspreise entstünden durch die deutlich größere Nachfrage. Die vollautomatischen Buchungssysteme riefen dadurch wesentlich schneller höhere Preisklassen für Tickets auf.

Die von der Lufthansa in Aussicht gestellten 1.000 neuen innerdeutschen Flügen pro Monat können bis dato nicht umgesetzt werden, da die Pläne von der EU-Wettbewerbsbehörde erst genehmigt werden muss. Optimisten hoffen auf eine Entscheidung am Dezember. Es könnte aber auch drei Monate länger dauern. Die Zustimmung aus Brüssel ist erforderlich für den geplanten Verkauf großer Teile der insolventen Air Berlin an die Lufthansa-Tochter Eurowings und den britischen Konkurrenten Easyjet.

Die Lufthansa-Aktie lässt sich auch am Freitag nicht beirren. Das Papier legte zeitweise um 1,8 Prozent auf 29,07 Euro und lag damit nur minimal unter dem bisherigen Jahreshoch von 29,31 Euro. Innerhalb eines Jahres hat sich die Aktie mehr als verdoppelt.

ME