Hotels

Hotel-Schriftzug im nächtlichen Paris

Chinesen und Marriott buhlen um Starwood Die große Hotelschlacht

Stand: 28.03.2016, 16:38 Uhr

Die Hotelbranche ist in Bewegung. Die Hotelkette Marriott (Ritz-Carlton) will mit dem Rivalen Starwood (Le Méridien, Westin, Sheraton) fusionieren. Doch der chinesische Versicherer Anbang bietet mehr. Wer setzt sich durch?

Eigentlich schien die US-Hotelfusion zwischen Mariott und Starwood schon im November so gut wie besiegelt. Dann aber funkte ein Konsortium um den chinesischen Versicherer Anbang dazwischen. Es bot 13,16 Milliarden Dollar - fast eine Milliarde mehr als Marriott. Die Hotelkonzern Starwood teilte mit, er nehme das Angebot der Chinesen an.

In der vergangenen Woche legte Marriott nach und stockte seine Offerte für Starwood auf 13,6 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien auf. Damit schien der Deal der beiden konkurrierenden Hotelketten in trockenen Tüchern zu sein. Der Starwood-Vorsitzende Bruce Duncan sagte, er sei erfreut, dass Marriott den Wert erkannt habe, den sein Unternehmen zu der Fusion beisteuere. Durch den Zusammenschluss dürften bis spätestens 2018 Synergien von 250 Millionen Dollar erzielt werden.

Anbang stockt Offerte auf

Doch nun geht die Übernahmeschlacht in eine neue Runde: Am Montag erhöhte Anbang sein Kaufangebot auf fast 14 Milliarden Dollar. Das Konsortium bietet 82,75 Dollar je Starwood-Aktie. Dies wäre nach vernünftigem Ermessen das bessere Angebot, teilte Starwood mit.

Nun ist Marriott wieder am Zug. Die US-Hotelkette betonte am Montag ihre Absicht, die Fusion mit Starwood weiter voranzutreiben. Der Zusammenschuss sei im besten Interesse der Unternehmen. Mit Starwood würde Marriott zum weltweit größten Hotelbetreiber mit 1,1 Millionen Zimmern aufsteigen.

Aktien im Höhenfieber

Der anhaltende Übernahmepoker treibt am Montag die Aktien von Starwood um 2,4 Prozent nach oben. Die Titel von Marriott legen gar um vier Prozent zu. Seit Ende Oktober ist der Kurs von Starwood um über 20 Prozent gestiegen. Der Kurs von Marriott gab seither etwas nach.

Zu Marriott gehören Hotelmarken wie Ritz-Carlton, Renaissance sowie Courtyard. Starwood betreibt die Ketten Le Méridien, Westin und Sheraton.

Anbang hatte 2015 für zwei Milliarden Dollar das legendäre Luxushotel Waldorf Astoria in New York gekauft. Kürzlich erhielten die Chinesen auch den Zuschlag für die Hotelkette Strategic Hotels & Resorts. Der Starwood-Deal wäre die größte Investition einer chinesischen Firma in US-Immobilien.

nb