1/12

Die EZB-Präsidenten – Europas heimliche Könige Galerie

Wim Duisenberg, EZB-Präsident von 1998-2003, gestorben 2005

Wim Duisenberg, erster EZB-Präsident
Erinnern Sie sich noch an Wim Duisenberg, den hochgewachsenen Holländer mit der auffälligen Haartracht? Er führte die EZB als erster Präsident von 1998 bis 2003.

Die EZB-Präsidenten – Europas heimliche Könige Galerie

Wim Duisenberg, EZB-Präsident von 1998-2003, gestorben 2005

Wim Duisenberg, erster EZB-Präsident
Erinnern Sie sich noch an Wim Duisenberg, den hochgewachsenen Holländer mit der auffälligen Haartracht? Er führte die EZB als erster Präsident von 1998 bis 2003.

Europa-Flagge mit Schriftzug

Gerangel um seine Nominierung
Was war das damals ein Gerangel um die Frage, wer denn als Erster die neue europäische Notenbank führen soll. Am Ende fiel die Wahl auf den Kandidaten aus einem kleinen Land, der sowohl Deutschen als auch Franzosen genehm war. Dafür sollte Duisenberg auf Drängen der Franzosen schon nach einer Amtszeit seinen Posten räumen.

Wim Duisenberg

Wim Duisenberg, der schwierige Beginn
Er führte die EZB durch die ersten schwierigen Jahre und musste sich und der Zentralbank zunächst Respekt verschaffen, befürchteten doch vor allem die Deutschen, dass die Gemeinschaftswährung zu einem "Weichei" verkommen würde. In Duisenbergs Amtszeit wurde 1999 der Euro eingeführt, was dem Holländer den Spitznamen "Mister Euro" einbrachte. "Es ist sicher keine leichte Aufgabe, den Euro zu einer ebenso stabilen und geachteten Währung wie die DM zu machen", räumte er anfangs ein. Besonders die Deutschen trauerten ihrer D-Mark noch lange hinterher.

Mehr zum Thema: Wim Duisenberg - der standhafte Holländer

Wim Duisenberg übergibt das Amt des EZB-Präsidenten an Jean-Claude Trichet

Wim Duisenberg und Jean-Claude Trichet (r.)
Wie vereinbart, musste Duisenberg am 1. November 2003 seinen Stuhl vorzeitig für seinen Nachfolger, den Franzosen Jean-Claude Trichet, räumen. Statt der regulären acht Jahre leitete Duisenberg die EZB nur fünf Jahre.

Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident von 2003-2011

Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident von 2003 bis 2011
Trichet hatte sich bereits als Chef der französischen Zentralbank einen Namen als Verfechter einer strikten Stabilitätspolitik erworben. In Frankreich war der Freund des gestrengen ehemaligen Bundesbank-Präsidenten Hans Tietmeyer wegen seiner Politik des starken Franc als „Hardliner“ und gar als „Ajatollah du franc fort“ verschrien.

Jean-Claude Trichet

Jean-Claude Trichet, der Krisenmanager
Während der Finanzkrise 2008/2009 erwies sich die EZB unter der Leitung von Trichet als stand- und handlungsfest. Die Notenbanker hätten "hervorragende Arbeit geleistet", lobten damals Politiker wie der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt. Selbst Angela Merkel wurde mit den Worten zitiert, Trichet habe einen "entscheidenden Anteil" daran, dass der Euro eine stabile Währung geworden sei.

Jean-Claude Trichet

Trichet mit umstrittener Entscheidung
Um den Euro zu retten, traf Trichet allerdings am Ende seiner Amtszeit eine bis heute umstrittene Entscheidung: den Ankauf von Staatsanleihen. Aus Deutschland kam der Vorwurf, Trichet und die EZB hätten damit ihr Mandat überschritten.

Mehr zum Thema: Jean-Claude Trichet, der charmante Franzose

Mario Draghi (l.) und Jean-Claude Trichet

Mario Draghi (l.) und Jean-Claude Trichet
Am 1. November 2011 übernahm der Italiener und frühere Goldman Sachs-Banker Mario Draghi die Leitung der EZB.

Mario Draghi, EZB-Präsident 2011-2019

Mario Draghi, EZB-Präsident 2011-2019
Unter Draghi weitete die EZB ihre expansive Geldpolitik immer weiter aus, der Leitzinsen sank auf Null und der Ankauf von Anleihen wurde ausgeweitet - sehr zum Verdruss deutscher Ökonomen und Politiker.

EZB-Chef Mario Draghi

Mario Draghi: "Whatever it takes..."
In die Geschichte eingehen wird Draghi aber mit seiner Londoner Rede vom 26. Juli 2012. Am Ende seiner Ausführungen sagte er: "Die EZB ist bereit zu tun, was immer nötig ist (whatever it takes), um den Euro zu bewahren." Kurze Zeit später folgte ein Programm zum Ankauf kurzlaufender Staatsanleihen, kurz OMT. Als einziger der 22 Mitglieder im Zentralbankrat stimmte damals Bundesbankpräsident Jens Weidmann gegen das Programm.

Christine Lagarde und Mario Draghi

Christine Lagarde und Mario Draghi
Am 1. November 2019 wird die 63-jährige Französin und frühere IWF-Chefin Christine Lagarde die Leitung der EZB übernehmen.

Christine Lagarde

Christine Lagarde und die Geldpolitik
Ökonomen erwarten, dass Lagarde die lockere Geldpolitik ihres Vorgängers fortsetzen wird. Lagarde selbst warnte im September vor Risiken für die europäische Wirtschaft. Zudem sei die Inflation noch immer zu niedrig und liege unter der Zielmarke von zwei Prozent. Sie stimme daher mit der EZB überein, "dass eine hochgradig konjunkturstützende Geldpolitik für eine längere Zeit gerechtfertigt ist".

Mehr zum Thema: Die Grande Dame der Finanzwelt