Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender Audi

Audi-Chef Stadler "Die Dieselkrise ist noch nicht vorbei"

Stand: 27.05.2018, 12:14 Uhr

Der Chef der VW-Tochter spricht Klartext und will auch weitere Rückrufe nicht ausschließen. Ob das aber alles so einfach ist? Derweil greift VW-Konzernchef Herbert Diess zu drastischen Mitteln.

Herbert Diess, VW

Herbert Diess, VW. | Bildquelle: picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Denn für die VW-Modelle Passat und Passat Variant mit Frontantrieb und Siebengang-DSG sowie das Modell Arteon hat Diess sogar einen Fertigungsstopp verfügt, weil ein Software-Update für den 2.0-Liter-TDI-Motor entwickelt werden müsse. Das berichtet die Branchen-Zeitung "Automobilwoche" laut Vorabmeldung vom Samstag in ihrer neuen Ausgabe.

"Fahrzeuge, die bereits produziert worden sind, können nicht mehr an Kunden oder Endabnehmer ausgeliefert werden", zitiert das Blatt aus internen Unterlagen. Das Unternehmen erwarte eine Lösung für das Problem nicht vor dem vierten Quartal 2018. Auf Anfrage des Blattes teilte VW mit, es könne "vorkommen, dass über die gelbe Motorkontrollleuchte auf ein Problem mit dem Abgasnachbehandlungssystem hingewiesen wird, obwohl tatsächlich kein derartiges Problem besteht".

Stadler erwartet Rückrufe

Zurück zu Audi-Chef Rupert Stadler, dessen Rolle im Diesel-Skandal des Konzerns vielfach kritisch hinterfragt wurde. Gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" sagte Stadler, dass die Diesel-Krise noch nicht vorbei sei und auch weitere Rückrufe nicht ausgeschlossen werden könnten.

Er rühmte sich aber dafür, die Probleme anzugehen. "Durch eine maximal lückenlose Aufklärung, wie wir sie betreiben, stoßen wir immer noch auf Auffälligkeiten, die wir unverzüglich den Behörden melden." Neue Rückrufe seien nicht die Folge von Untätigkeit, "sondern im Gegenteil das Ergebnis konsequenter Aufklärung".

Auch eine Sicht der Dinge, denn es klingt fast so, als ob die Schummelsoftware für alle Beteiligten völlig unbemerkt vom Himmel gefallen und dabei in die diversen Diesel-Motoren des Konzerns gekommen ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Tatsache ist, dass die VW-Abgaskrise, die im September 2015 begann, immer noch nicht vollständig aufgeklärt ist.

Kritk wächst

Das Thema schient aber auch in der heimischen Politik für immer mehr Ärger zu sorgen. So kritisierte der der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), die Autohersteller: "Es sollte nicht so ein, dass immer wieder erst durch Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) Missstände bekannt werden", sagte Bilger der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Vielmehr müssten die Hersteller von sich aus offenlegen, wo noch Nachbesserungen erforderlich sind.

Jüngstes Branchenärgernis könnte der Daimler-Konzern werden. Wie "Bild am Sonntag" schreibt, sollen voraussichtlich rund 120.000 Dieselfahrzeuge auf mögliche unzulässige Abschalteinrichtungen untersucht werden. Demnach handelt es sich um weltweit rund 40.000 Dieselmotoren der Baureihe OM622 im Vito und 80.000 weiterer der Baureihe OM626 in der C-Klasse.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass dem Daimler-Konzern sogar der Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen droht. Das KBA gehe einem konkreten Verdacht nach, dass bei diesen Fahrzeugen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung des Abgassystems manipulieren.

Autoaktien zuletzt unter Druck

Auch wenn das Dauerthema Dieselskandal immer wieder Neues bringt - die drohenden Importzölle, die US-Präsident Trump jüngst ins Spiel brachte, sind ein Frontanagriff auf die ganze Branche. Denn das Geschäft auf dem lukrativen US-Markt läuft für die deutschen Hersteller recht gut, sogar VW hat sich erholt. Die Börse wird aber zunehmend nervöser, Autoaktien hatten eine schwere Woche hinter sich.

rm/dpa

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