Die teuersten Konzerne der Welt

Tencent und Alibaba schließen zu US-Pendants auf Die Chinesen kommen

Stand: 27.11.2017, 12:09 Uhr

Die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus dem Technologiesektor und stammen aus den USA. Doch wie lange noch? Chinesische Konkurrenten preschen vor.

Tatsächlich rücken zwei chinesische Internetgiganten immer näher an die von den Amerikanern dominierte Spitzenposition heran. In der vergangenen Woche schaffte es die Tencent Group, das chinesische Pendant zu Facebook, die Kalifornier für kurze Zeit zu überholen.

An der Hongkonger Börse war der Wert der Tencent-Aktie vorübergehend auf rund 522 Milliarden Dollar gestiegen - ein Schnaps mehr als die Marktkapitalisierung von Facebook. Die lag zu dem Zeitpunkt (20.11. an der New Yorker Börse) bei 519 Milliarden Dollar.

Inzwischen konnte Facebook seine Position als fünftwertvollstes Unternehmen der Welt zurückerobern (am vergangenen Freitag war das Unternehmen 531,1 Milliarden Dollar wert), während Tencent etwas zurückfiel. Doch sollte der Kurs von Tencent weiterhin so kräftig in die Höhe schießen wie seit Beginn des Jahres, dürfte der chinesische Konzern Facebook an der Börse rasch wieder überholen. Seit Jahresanfang hat sich der Wert von Tencent mehr als verdoppelt. Facebook ist in der gleichen Zeit "nur" um die Hälfte gestiegen.

Für den jüngsten Überholvorgang hatten die guten Quartalszahlen von Tencent gesorgt. In den Sommermonaten haben die Chinesen den Umsatz um satte 61 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro gesteigert. Ähnlich rasant nach oben ging es in diesem Jahr mit der Aktie von Alibaba, Chinas Antwort auf Amazon. Das Unternehmen verfügt inzwischen über eine Marktkapitalisierung von umgerechnet mehr als 400 Milliarden Euro. Die Aktie kletterte seit Jahresanfang um gut 90 Prozent - und damit deutlich schneller als Amazon, dessen Aktie um rund 40 Prozent zulegte.

Tencent betreibt Chinas WhatsApp

Allerdings hat Tencent ein etwas anderes Geschäftsmodell als Facebook. Zwar betreibt die Firma mit den Plattformen Weixin/WeChat ähnliche Messenger-Dienste wie WhatsApp und Messenger von Facebook. Doch statt wie Facebook seine Einnahmen fast ausschließlich aus dem Verkauf von Werbung zu generieren, kommen die Erlöse bei Tencent vorwiegend aus dem Verkauf von Videospielen. Zum Konzern gehören überdies ein Videodienst ähnlich wie YouTube, Chinas beliebteste Soziale Plattform Qzone oder populäre Smartphonespiele wie "Honor of Kings".

Und noch einen Unterschied gibt es: Tencent erzielt seine Umsätze nahezu ausschließlich in China, auf einem von der ausländischen Konkurrenz - also auch von Facebook - abgeschottenen Heimatmarkt. Dabei weiß niemand, wie sich die Chinesen verhalten würden, wenn sie die Wahl zwischen Facebook und Tencent hätten und ob Tencent einem ausländischen Kokurrenten standhalten könnte.

Doch Tencent ist nicht der einzige Tech-Gigant aus China, der zu seinem US-Pendant aufschließt: Alibaba beherrscht den gigantischen Heimatmarkt zu gut 47 Prozent, während Amazon seit Jahren bei rund 13 Prozent stagniert. Zudem ist Alibaba längst nicht mehr nur ein Onlinehändler – der Milliardenkonzern betreibt beispielsweise den Online-Marktplatz Taobao, den Bezahlservice Alipay oder den Internet-Speicherdienst Alibaba Cloud.

Fazit: Sowohl Alibaba als auch Tencent haben die Aussicht, in absehbarer Zeit in die Rangliste der fünf wertvollsten Unternehmen der Welt aufzusteigen, vor allem dann, wenn ihr Aktienkurs weiter deutlich schneller wächst als der ihrer US-Konkurrenten.

lg

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