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Die Aktionen der Notenbanken Von der Fed bis zur Schwedischen Reichsbank

Adler am Gebäude der Federal Reserve in Washington

Fed
Am meisten getan hat bisher die Fed. Erst senkte die US-Notenbank überraschend den Leitzins - und zwar gleich um einen halben Prozentpunkt auf 1,0 bis 1,25 Prozent. Anfang dieser Woche erhöhte die Fed zusätzlich ihre Geldspritzen für das Finanzsystem, um eine ausreichende Versorgung der amerikanischen Banken mit Zentralbankgeld sicherzustellen. Insgesamt 1,5 Billionen Dollar an Liquidität sollen die Banken erhalten. Zudem stockt die Fed ihre Anleihenkäufe auf. Sie erwirbt jetzt auch Papiere mit längerer Laufzeit. Sollte sich die Corona-Krise weiter erschärfen und für Verwerfungen an den Börsen sorgen, könnte die Fed die Zinsen weiter reduzieren. Bei der nächsten Fed-Sitzung am 18. März wird mit einem kräftigen Zinsschritt gerechnet.

Die Aktionen der Notenbanken Von der Fed bis zur Schwedischen Reichsbank

Adler am Gebäude der Federal Reserve in Washington

Fed
Am meisten getan hat bisher die Fed. Erst senkte die US-Notenbank überraschend den Leitzins - und zwar gleich um einen halben Prozentpunkt auf 1,0 bis 1,25 Prozent. Anfang dieser Woche erhöhte die Fed zusätzlich ihre Geldspritzen für das Finanzsystem, um eine ausreichende Versorgung der amerikanischen Banken mit Zentralbankgeld sicherzustellen. Insgesamt 1,5 Billionen Dollar an Liquidität sollen die Banken erhalten. Zudem stockt die Fed ihre Anleihenkäufe auf. Sie erwirbt jetzt auch Papiere mit längerer Laufzeit. Sollte sich die Corona-Krise weiter erschärfen und für Verwerfungen an den Börsen sorgen, könnte die Fed die Zinsen weiter reduzieren. Bei der nächsten Fed-Sitzung am 18. März wird mit einem kräftigen Zinsschritt gerechnet.

Luftaufnahme der japanischen Zentralbank in Tokio

Bank of Japan
Anfang März hat die Bank of Japan das nationale Finanzsystem angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus mit zusätzlicher Liquidität versorgt. Nun könnte die BoJ nachlegen. In einer außerplanmäßigen Aktion hat die Bank of Japan angeboten, Anleihen von bis zu 200 Milliarden Yen (1,7 Milliarden Euro) zu kaufen, um zusätzliche Liquidität in die Märkte zu pumpen. Die japanische Notenbank hat in der Vergangenheit gar schon Aktien-ETFs aufgekauft.

People's Bank of China - Chinesische Notenbank in Peking

Chinas Notenbank
Die chinesische Zentralbank hat seinen Leitzins gesenkt und die Banken aufgefordert, gefährdeten Unternehmen billige Kredite und Zahlungserleichterungen zu gewähren. Geschäftsbanken müssen künftig weniger Geld bei der Zentralbank als Sicherheitsreserve vorhalten, kündigt sie an. Der entsprechende Satz wird um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte gesenkt, für einige Kreditinstitute um zusätzliche 1,0 Punkte. Durch die Lockerung sollen 550 Milliarden Yuan (umgerechnet 70 Milliarden Euro) mehr für langfristige Kredite an Unternehmen zur Verfügung stehen.

Bank of England

Bank of England
Auch in Europa wird gehandelt: Am Mittwoch dieser Woche verkündete die Bank of England nach einer außerordentlichen Sitzung, dass der britische Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 0,25 Prozent gesenkt wird. Sie bietet Banken günstigere Finanzierungsmöglichkeiten und eine Reduzierung der Kapitalpuffer an.

EZB-Gebäude in Frankfurt

EZB
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein umfassendes Maßnahmenpaket angekündigt. Die Euro-Wächter beschlossen unter anderem neue langfristige Liquiditätsspritzen für Banken zu sehr günstigen Bedingungen, um den Kreditfluss an die Wirtschaft zu stützen. Bestehende große Geldspritzen sollen zudem jetzt noch vorteilhafter für die Banken gestaltet werden. Dabei hat die EZB insbesondere den Kreditvergabe an kleinere und mittelgroße Firmen im Blick, die wegen der Virus-Krise in Bedrängnis geraten sind. Zudem kündigte die EZB zusätzliche Anleihenkäufe an. 120 Milliarden Euro zusätzlich wird sie bis zum Ende dieses Jahres in Anleihenkäufe stecken. Sie wird sich dabei auf Unternehmensanleihen konzentrieren. Am Leitzins rütteln Europas Währungshüter indes vorerst nicht. Aktuell notiert dieser auf dem Rekordtief von null Prozent.

Bank von Norwegen
Die norwegische Notenbank senkte am Freitag wegen der Coronavirus-Pandemie ebenfalls ihren Leitzins - von 1,5 auf 1,0 Prozent. Die Währungshüter erklärten ihre Bereitschaft zu weiteren Zinssenkungen. Die Notenbank bietet zudem den Banken außerordentliche Kredite mit einer Laufzeit von drei Monaten an.

Sveriges Riksbank

Schwedische Notenbank
Auch die schwedische Reichsbank greift den heimischen Geldhäusern mit einer großen Liquiditätsspritze unter die Arme. Die Reichsbank stellt den Banken Zentralbankgeld von bis zu 500 Milliarden Kronen (etwa 46 Milliarden Euro) für zwei Jahre zur Verfügung. Die Notenbank signalisierte zudem ihre Bereitschaft, noch größere Summen an Liquidität bereitzustellen, falls dies nötig werden sollte. Von Zinssenkungen wollen die schwedischen Währungshüter dagegen absehen, wie sie unlängst klargestellt hat. Der Grund: Erst vor wenigen Monaten hatte sich die Reichsbank sich von ihrem jahrelangen Negativzins verabschiedet. Es käme wohl einem Gesichtsverlust gleich, wenn sie den Schritt in derart kurzer Zeit wieder revidieren würde.

Drei Personen gehen an der Reserve Bank of Australia vorbei

Reserve Bank of Australia
Auch die australische Notenbank hat reagiert und den Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Die Währungshüter drückten den Schlüsselzins von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie abzufedern. Die Australier stellten weitere Zinssenkungen in Aussicht.