Ein gelber Bus fährt an der Zentrale von Rocket Internet in Berlin vorbei

Beteiligungen abgewertet Dicke Verluste bei Rocket Internet

Stand: 26.11.2019, 08:41 Uhr

Die Internet-Beteiligungsgesellschaft hat im dritten Quartal den im ersten Halbjahr erreichten Gewinn fast halbiert. Dabei spielen die Börsenbewertungen von zwei Tochter-Unternehmen die Hauptrolle. Die Rocket-Aktie reagiert ungerührt.

Zum Handelsstart büßt der Titel aus dem MDax gerade einmal ein halbes Prozent ein. Die Überraschung über das Ergebnis der ersten neun Monate bei dem Start-up-Investor hält sich also in Grenzen.

Rocket Internet hat im dritten Quartal wegen schwächerer Aktienkurse seiner Beteiligungen einen Verlust eingefahren. Während das Konzernergebnis nach dem ersten Halbjahr noch bei 548 Millionen Euro Gewinn lag, schrumpfte es nach den ersten neun Monaten auf 285 Millionen Euro zusammen, wie die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag in Berlin mitteilte. Rechnerisch stand demnach ein Minus von rund 263 Millionen Euro zwischen Juli und Ende September in den Büchern.

Ergebisbelastung durch Börsenbewertungen

Das sei vor allem auf den Rückgang der Börsenbewertungen von Jumia und Global Fashion Group zurückzuführen, hieß es zur Erklärung. Im Vorjahreszeitraum hatte Rocket Internet von Januar bis September einen etwas höheren Gewinn von 296 Millionen Euro ausgewiesen.

Positiv sieht Rocket das Wachstum des Online-Modehändlers Global Fashion Group, dessen Umsatz in den ersten neun Monaten auf 928 Millionen kletterte. Das sei um Währungseffekte bereinigt ein Plus von 17 Prozent gewesen. Die Profitabilität konnte die Beteiligung etwas verbessern, fuhr aber weiter operative Verluste ein. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus vier Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte besser als im Vorjahreszeitraum.

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
18,64
Differenz relativ
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Jumia, eine pan-afrikanische E-Commerce-Plattform steigerte in den ersten neun Monaten ihr Bruttowarenvolumen um 54 Prozent. Die Zahl der aktiven Kunden stieg binnen eines Jahres von 3,5 auf 5,5 Millionen.

Start-ups in der Pipeline

Laut Rocket-CEO Oliver Samwer ist die Pipeline neuer internetbasierter Geschäftsmodelle voll. Man habe seit Anfang 2018 20 junge Firmen gegründet und unterstütze sie aktiv.

Rocket Internet hatte sich in den vergangenen Wochen auch als Investor in Telekom-Aktien hervorgetan. Im Oktober war man beim Kabelnetzanbieter Tele Columbus mit 12,3 Prozent eingestiegen. Im November hatte das Unternehmen einen 5,5-Prozent-Anteil an United Internet erworben und dafür rund 320 Millionen Euro bezahlt.

Die Rocket-Internet-Aktie hat auf Sicht von zwölf Monaten leicht verloren, während der MDax rund 17 Prozent höher notiert.

AB