Dialog Semiconductor-Prozessor

Umsatzrückgang erwartet Dialog trotzt Apple-Sog

Stand: 06.03.2019, 07:59 Uhr

Statt stabiler Umsätze erwartet der Chipentwickler nun für dieses Jahr einen leichten Rückgang. Dass die Aktien dennoch zulegen hat einen anderen Grund.

Das Unternehmen erwartet für 2019 einen Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Zuletzt war der Chipentwickler von stabilen Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. 2018 lagen diese bei 1,44 Milliarden Dollar.

Die Bruttomarge sieht das Management dennoch weitgehend auf Vorjahresniveau. Dass die Aktien dennoch kräftig zulegen - zeitweise um über acht Prozent - hat mit dem positiven Gewinnausblick zu tun. Denn trotz des Umsatzrückgangs geht Dialog von einer unveränderten Bruttomarge aus.

Starker Margenausblick

Marktbeobachter lobten den Margenausblick, sowie die gute Profitabilität im vergangenen Geschäftsjahr. Zudem deckten sich die etwas schwächeren Umsatzerwartungen in etwa mit denen des Marktes. Dialog ist darüber hinaus auf dem Sprung in das Mittelwertesegment MDax. Das bisher im SDax notierte Unternehmen soll zum 18. März aufsteigen.

Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen eine schwächere Entwicklung als saisonal üblich. Der Umsatz dürfte daher bei 270 bis 310 Millionen Dollar liegen. Das zweite Halbjahr dürfte dabei stärker ausfallen als die ersten sechs Monate.

Umsätze mit Apple gehen zurück

Die Umsätze mit Stromsteuerchips für den Großkunden Apple sieht Dialog Semi dabei wie bereits bekannt im Laufe der nächsten Jahre sinken. Der Spezialist für Schaltkreise in Mobilgeräten hatte Mitte Oktober angekündigt, sein Zuliefergeschäft mit Stromsteuerungschips in großen Teilen an Apple zu verkaufen.

Für die anderen Bereiche erwartet Dialog ein starkes Wachstum 2019. Im vergangene Geschäftsjahr konnte das Unternehmen Umsatz und Betriebsergebnis steigern. Die Erlöse stiegen um 7 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar. Dabei profitierte Dialog auch von der Übernahme von Silego.

Betriebsergebnis gestiegen

Dialog Semiconductor

Dialog Semiconductor. | Bildquelle: Unternehmen

Das Schlussquartal fiel dabei schwächer aus - hier machte sich eine nachlassende Nachfrage bei Chips für mobile Endgeräte sowie die Automobilbranche negativ bemerkbar - dazu kam ein sinkendes Volumen durch Apple. Das Betriebsergebnis stieg 2018 um sieben Prozent auf knapp 200 Millionen Dollar.

Sinkende Herstellungs- und Verwaltungskosten waren der Grund dafür. Bereinigt erreichte das Betriebsergebnis knapp 282 Millionen Dollar und lag leicht über den Erwartungen der von Bloomberg befragten Analysten. Auch die viel beachtete Bruttomarge konnte Dialog Semiconductor verbessern: Sie stieg von 47,7 Prozent auf 47,9 Prozent, bereinigt waren es 48,3 Prozent.

Netto verdiente Dialog mit knapp 140 Millionen Dollar 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund war ein höherer Steuersatz, im Vorjahr hatte das Unternehmen auch von positiven Effekten im Zusammenhang mit der US-Steuerreform profitiert.

lg/dpa-AFX