Dialog Semiconductor-Prozessor für Highend-Desktop-Telefone

TecDax-Aktie verliert rund 20 Prozent Dialog Semiconductor im freien Fall

Stand: 30.11.2017, 15:20 Uhr

Immer wenn Großkunde Apple hüstelt, kriegt TecDax-Mitglied Dialog Semiconductor gleich einen Schnupfen. Dieser könnte sich jetzt zu einer handfesten Grippe ausweiten. An der Börse läuten die Alarmglocken.

Denn die Dialog-Aktie befindet sich aktuell bei hohen Schwankungen mit Verlusten von bis zu 20 Prozent im freien Fall und ist mit Abstand schwächster Wert im deutschen Technologieindex, dem TecDax. Die Anleger werfen die Aktie geradezu panikartig aus dem Depot.

Grund für den Selloff ist ein Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei", nach dem Hauptkunde Apple schon im kommenden Jahr eigene Chips zum Strommangement entwerfen will. "Für Dialog ist das eine Katastrophe", sagte ein Händler. Im bisherigen Tagestief sackte das Papier schon bis auf 28,53 Euro ab, nach einem Schlusskurs von 37,10 Euro am Mittwoch.

Mittlerweile hat sich die Aktie von diesen Tiefstniveaus wieder etwas gefangen, bleibt aber weiter dick im Minus. Das Unternehmen erklärte am frühen Nachmittag, dass die Geschäftsbeziehungen normal liefen.

Ohne Apple geht nichts

Apple iPhone 8

Apple iPhone 8. | Bildquelle: Apple

Der Kultkonzern aus Kalifornien sorgt für drei Viertel des Umsatzes beim deutsch-britischen Unternehmen mit Sitz in London. Die Chips von Dialog Semiconductor finden sich in allen großen Produkten des US-Riesen, so im iPad und iPhone sowie der Apple Watch. Die Apple-Aktie wiederum, die auch im US-Leitindex Dow Jones enthalten ist, war zusammen mit anderen Technologieaktien am Vortag an der Technologiebörse Nasdaq deutlich unter Druck geraten.

Noch vor kurzem war Dialog-Firmenchef Jalal Bagherli Marktspekulation entgegengetreten, dass Apple eigene Chips entwickeln könnte. Diese Powermanagement-Chips zu entwickeln sei teuer, aufwändig und würde mehrere Jahre dauern. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem ein Kunde dies probiert hätte.

Zuletzt mit Rekordumsatz

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
174,10
Differenz relativ
-2,81%

Im dritten Quartal hatte Dialog zwar einen um fünf Prozent höheren Rekordumsatz von 363 Millionen Euro ausgewiesen, konnte die Anleger aber mit seinem Ausblick nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Es hieß lediglich, man habe einen hohen Auftragsbestand und erwarte weiterhin eine starke Nachfrage nach den neuen Produkten. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um vier Prozent auf 76,6 Millionen Dollar.

rm