ARD-Börsenstudio: Samir Ibrahim
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Apple-Lieferungen in Gefahr? Dialog beschwichtigt vergeblich

Stand: 04.12.2017, 10:03 Uhr

Der Chip-Spezialist aus dem TecDax hatte zuletzt mit Gerüchten zu kämpfen, dass Apple die Produkte aus dem Hause Dialog nicht mehr benötigen könnte. Dem widerspricht das Unternehmen - aber nur für die nähere Zukunft.

Am Markt kommt die Mitteilung des TecDax-Unternehmens am Morgen nicht wirklich gut an. Dialog hatte bislang zwar stets als Lieferant des iPhone-Herstellers gegolten, doch offiziell machte man das eher nicht. Nun scheint der Kursverfall der vergangenen Wochen und insbesondere seit Ende November das Management zu einem Schritt in die Öffentlichkeit motiviert zu haben. Doch die Aktie reagiert am Morgen mit weiteren Verlusten.

Apple kann es auch selbst

Die Angst, dass Dialog seinen wichtigsten Kunden verlieren könnte, konnte die Mitteilung nämlich nicht entkräften. Das Unternehmen stellte zwar klar, dass man "erwartet, der Hauptlieferant für PMIC Designs" zu bleiben. Diese werden zum Energiemanagement bei den iPhones eingesetzt. Doch gleichzeitig muss Dialog "anerkennen, dass Apple die Fähigkeiten und Ressourcen hat, intern eigene PMIC zu entwickeln und das potenziell in den kommenden Jahren tun könnte".

Dialog glaubt zwar, dass das Geschäft mit Apple dadurch nicht beeinträchtigt wird, doch am Markt sieht man das offenbar anders. Vor einer Woche hatte ein Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" bei den Dialog-Aktien zu einem Sell-Off gefüht. Das Blatt will erfahren haben, das Apple bereits im kommenden Jahr eigene Chips zum Strommanagement entwerfen will. "Für Dialog ist das eine Katastrophe", sagte so ein Händler.

Nach Analystenschätzungen sorgt Apple für drei Viertel des Umsatzes beim deutsch-britischen Unternehmen Dialog mit Sitz in London. Noch vor kurzem war Dialog-Firmenchef Jalal Bagherli Marktspekulation entgegengetreten, dass Apple eigene Chips entwickeln könnte. Diese Powermanagement-Chips zu entwickeln sei teuer, aufwändig und würde mehrere Jahre dauern. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem ein Kunde dies probiert hätte.

Aktie mit heftigen Abwärtsschwankungen

Die Dialog-Aktie war in den vergangenen Jahren "huckepack" mit dem Erfolg des iPhones nach oben gelaufen, hatte allerdings auch stets unter Meldungen gelitten, nach denen die Auslieferungen von Apple einmal weniger stark liefen. Im März 2017 war zuletzt die Marke von 50 Euro übersprungen worden - derzeit notiert der Titel mit 28,60 Euro nur noch rund auf dem halben Stand, heute verbucht der Titel Verluste von rund acht Prozent.

AB