Deutsche Familienversicherung

Deutsche Familienversicherung DFV strebt an die Börse

Stand: 12.10.2018, 15:38 Uhr

Der heimische Kurszettel dürfte bald um eine Versicherungsaktie reicher sein. Die ganz auf digitale Wertschöpfung ausgerichtete Deutsche Familienversicherung will noch in diesem Quartal auf dem Börsenparkett debütieren.

Das 2007 gegründete in Frankfurt ansässige Unternehmen plant dabei, 100 Millionen Euro zu erlösen, wie am Freitag bekannt wurde. Angestrebt ist eine Notierung im Prime Standard der Deutschen Börse. Das Geld soll primär in den Ausbau des Vertriebs und des Marketing fließen und damit das Wachstum der Gesellschaft stärken.

Die DFV ist ein "Insurtech"

Stefan Knoll, Deutsche Familienversicherung

Stefan Knoll. | Bildquelle: picture alliance / Eventpress

Die DFV setzt ganz auf digitale Prozesse, vom Abschluss bis zur Schadenregulierung. Gearbeitet wird dabei seit 2014 auf einer eigenen IT-Plattform, die hohe Skaleneffekte zulässt. Firmengründer und Macher der DFV ist Stefan Knoll, der bereits im Jahr 1994 das erste Call-Center der deutschen Versicherungswirtschaft ins Leben gerufen hatte.

Die DFV konzentriert sich auf Krankenzusatz- und Sachversicherungen und verwaltet heute einen Bestand von 420.000 aktiven Policen. Die Beitragseinnahmen liegen bei 72 Millionen Euro, seit 2015 werden schwarze Zahlen geschrieben. 2017 lag das Ebit bei 1,4 Millionen Euro.

Alles läuft Online

Beim Vertrieb setzt Knoll größtenteils auf das Internet. Dabei werden rund 80 Prozent der Kunden über Online-Vertriebswege wie Suchmaschinen (Google, Bing), aber auch über Fernsehwerbung gewonnen. 20 Prozent über Kooperationen, unter anderem über gesetzliche Krankenkassen oder Makler. Auch mit dem Amazon-Sprachassistenten und modernen Bezahlmethoden über PayPal oder AmazonPay wird bei der DFV gearbeitet.

Zuletzt ist die Gesellschaft um zehn bis 15 Prozent im Jahr gewachsen. Durch mehr Geld für Marketing will soll die Wachstumsrate gesteigert werden. das Geld aus der Emission soll der Gesellschaft zugute kommen. Zudem wollen Knoll und die Erben des Mitgründers Philipp Vogel einen kleinen Teil der Aktien verkaufen. Organisiert wird der Börsengang von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Weitere Einzelheiten zur Zeichnung sind noch nicht bekannt.

rm