Deutsche Familienversicherung
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Aktie zeitweise unter Ausgabepreis DFV: Holpriger Börsenstart

Stand: 04.12.2018, 17:54 Uhr

Mit der Aktie der DFV Deutsche Familienversicherung wird der heimische Kurszettel ab heute durch eine weitere Versicherungsaktie bereichert. Es zeigt sich dabei, dass auch im Assekuranzgeschäft der Trend zur Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten ist.

Die Aktie der DFV Deutsche Familienversicherung erlebt ein etwas holpriges Börsendebüt. Der erste Kurs wurde am Dienstag mit 12,30 Euro um 2,5 Prozent über dem Ausgabepreis von 12,00 Euro festgestellt. Noch am Vormittag fiel er allerdings in einem schwachen Marktumfeld unter den Ausgabepreis. Rund ein Drittel der Aktien wurden untergebracht, der Börsenwert liegt damit bei rund 150 Millionen Euro. Am Ende des ersten Handelstages notierte das Papier dann bei 12,25 Euro.

Weniger als erwartet

Mit der Emission fließen dem Unternehmen etwas über 52 Millionen Euro zu, die für weiteres Wachstum vorgesehen sind. Doch lagen die ursprünglichen Emissionserwartungen mit rund 100 Millionen Euro fast doppelt so hoch. Der IPO ist auch erst im zweiten Anlauf gelungen. Letzteres ist allerdings nicht ungewöhnlich, da immer auch vom aktuellen Börsenumfeld abhängig.

Stefan Knoll, Deutsche Familienversicherung

Stefan Knoll. | Bildquelle: picture alliance / Eventpress

Trotzdem, die DFV unter ihrem Firmenchef und Macher Stefan Knoll musste erhebliche Abstriche machen. Den Börsengang gerettet hat dabei der Großinvestor VPV Lebensversicherung, der für rund 25 Millionen Euro Aktien orderte und mit über 15 Prozent größter Einzelaktionär der DFV ist. Knoll ist in der Branche, der lange Zeit ein eher verstaubtes Image anhing, kein Unbekannter. Er gründete bereist 1994 das erste Call-Center der deutschen Versicherungswirtschaft.

Digitalisierung ist Trumpf

Die 2007 gegründete DFV, die sich als "Insurtech" sieht, setzt ganz auf digitale Prozesse, vom Abschluss bis zur Schadenregulierung. Gearbeitet wird dabei seit 2014 auf einer eigenen IT-Plattform, die hohe Skaleneffekte zulässt.

Oliver Bäte, Allianz

Oliver Bäte. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ein Konzept und Modell, für das sich übrigens mehr und mehr auch die Platzhirsche erwärmen. Unter anderem Marktführer Allianz, wie dessen Chef Oliver Bäte jüngst auf einer Investorenkonferenz verkündete.

Die DFV hat sich zunächst auf Kranken- und Pflege-Zusatzversicherungen spezialisiert, ist aber zuletzt auch ins Geschäft mit Sachversicherungen eingestiegen. 2017 lagen die Beitragseinnahmen aus 420.000 Policen bei 72 Millionen Euro.

rm/rtr