Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Werk Eil in Köln an einem Motor

Aktie ein Schnäppchen? Deutz: In der Talsohle

Stand: 11.08.2020, 09:30 Uhr

Tiefrote Zahlen auch im zweiten Quartal. Dem Motorenbauer aus dem SDax macht der schwache Auftragseingang in der Corona-Krise arg zu schaffen. Die Aktie leidet, ist aus Sicht einiger Experten aber dennoch attraktiv.

Eine attraktive Einstiegsgelegenheit inmitten der Corona-Flaute? Die Baader Bank zumindest hat Deutz nach Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 5,80 Euro belassen. Der Motorenhersteller habe einen sehr schwachen Auftragseingang, einen deutlichen Umsatzrückgang und ein klar negatives operatives Ergebnis (Ebit) berichtet, schrieb Analyst Peter Rothenaicher in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Doch trotz der Enttäuschung über den hohen Verlust in der ersten Jahreshälfte und des anhaltend schwierigen Marktumfelds sieht er die Aktie als attraktiv bewertet an. Die Profitabilität sollte sich in den kommenden Jahren massiv verbessern und Deutz halte an den optimistischen Zielen für 2022 fest.

Aus Plus mach Minus

Am Dienstag hat der Titel dennoch einen schweren Stand angesichts schwacher Ergebnisse. Deutz hat die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal stark zu spüren bekommen und erneut rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand ein Verlust von 42,3 Millionen Euro, wie das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Köln mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Deutz noch einen Gewinn von 24,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Deutz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,47
Differenz relativ
+4,99%

Bereits im ersten Quartal hatten die Kölner wegen der Pandemie einen Fehlbetrag ausgewiesen, der nun nochmal deutlich höher ausfiel. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 41 Prozent auf 280,2 Millionen Euro einbrach, sackte der Auftragseingang um rund 39 Prozent auf 266,9 Millionen Euro ein. Auch operativ verzeichnete Deutz einen Verlust. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei minus 38,1 Millionen Euro, nach plus 22,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Drehen an der Sparschraube

Wegen der anhaltenden Unsicherheiten in der Krise wagt der Motorenhersteller zudem weiterhin keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020. Konzernchef Frank Hiller bestätigte allerdings die Mittelfristziele des Konzerns und konkretisierte das eingeleitete Sparprogramm. Demnach will Deutz durch die Umsetzung verschiedener Maßnahmen ab Ende 2022 jährlich insgesamt rund 100 Millionen Euro einsparen. Hiller kündigte allerdings an, dass auch das dritte Quartal "noch erheblich" von den Auswirkungen der Corona-Krise beeinflusst sein dürfte.

AB