Zwei Briefkästen auf einer Baustelle
Audio

Kurseinbruch Post: Paket-Boom kostet eine Milliarde

Stand: 08.06.2018, 15:15 Uhr

Die Aktien der Deutschen Post brechen auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr ein. Der Konzern wird seine Ziel für 2018 verfehlen.

Grund sind Probleme bei den Ergebnissen im Unternehmensbereich Post - eCommerce - Parcel (PeP). Die Post will nun gegensteuern. "Die Maßnahmen betreffen vor allem die künftige Entwicklung der Preise, der operativen und indirekten Kosten sowie eine weitere Verbesserung der Produktivität im Bereich PeP in Deutschland", teilte der Dax-Konzern in einer Pflichtmitteilung mit.

"Wir sind in einigen Bereichen vielleicht zu schnell gewachsen", sagte Konzernchef Frank Appel bei einer Telefonkonferenz. Die Post hat unter anderem damit zu kämpfen, dass durch den Online-Handel zwar ihr Paket-Service floriert, die dafür notwendigen Zusteller und ihre Fahrten aber auch immer mehr kosten.

Durch die Probleme rechnet der Konzern im Gesamtjahr nur noch mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 3,2 Milliarden Euro. Bisher hatte die Post rund 4,15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Damit liegt die Planabweichung bei immerhin 23 Prozent. "Wir nehmen jetzt bewusst kurzfristige negative Ergebniseffekte in Kauf, um langfristig nachhaltiges Wachstum zu sichern", erklärte Appel.

2020 steht

Immerhin ließ die Post ihren langfristigen Ausblick unverändert. So soll im Jahr 2020 ein Ebit von über 5,0 Milliarden Euro erreicht werden.

Die Post-Aktie brach dennoch auf um bis zu neun Prozent auf 29,75 Euro ein - der tiefste Stand seit Ende 2016.

Die Deutsche Post war im ersten Quartal schwach ins Jahr gestartet. In der nun vom anstehenden Umbau betroffenen Sparte PeP, in der Konzern das heimische Briefgeschäft, das Paketgeschäft in Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie die Digitalangebote gebündelt hat, sorgten jedoch unter anderem hohe Investitionen und der Tarifabschluss mit den Beschäftigten für einen Gewinnrückgang.

ME