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Folge des E-Commerce-Booms Post-Pakete auch am Sonntag?

Stand: 20.04.2020, 09:25 Uhr

Wegen des zunehmenden Onlinehandels muss die Post derzeit deutlich mehr Pakete transportieren als in normalen Zeiten. Deshalb erwägt der Konzern nun eine Sonntagszustellung - allerdings wohl ohne Atemschutzmasken.

Die Deutsche Post hat Bedenken gegen eine flächendeckende Ausstattung der Brief- und Paketzusteller mit Atemschutzmasken. "Bei einer Ausstattung aller Beschäftigten in Deutschland mit Masken rechnen wir mit einem Bedarf von einer Million Stück pro Woche", sagt Thomas Schneider, der für das Bundesgebiet zuständige Betriebschef der Deutschen Post DHL, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Wir sehen eine flächendeckende Ausstattung unserer Zusteller mit FFP2-Masken kritisch, da zu erwarten ist, dass diese Masken dann in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen fehlen würden." Zur Post gehören etwa 80.000 Brief- und 50.000 Paketzusteller.

Drei Millionen mehr Pakete als sonst

Dabei sind in Corona-Zeiten die Postboten gefragter denn je. Das Unternehmen transportiert eigenen Angaben zufolge momentan acht Millionen Pakete und Päckchen am Tag. Das liegt weiter über dem Jahresdurchschnitt von 5,2 Millionen Paketen pro Zustelltag.

Um diese Flut bewältigen zu können, bemüht sich die Deutsche Post um eine Sonntagszustellung von Paketen. "Es wäre hilfreich, wenn wir einen weiteren Tag bekommen könnten, um in der aktuellen Situation der Flut der Pakete Herr zu werden", sagte Post-Manager Thomas Schneider. Das Unternehmen hat in Regionen wie Berlin bereits entsprechende Anträge bei den Behörden gestellt und erwägt nun, Anträge in weiteren Bundesländern. Es gehe darum, in einer besonderen Situation "einen Kollaps des Paketsystems zu vermeiden", sagte Schneider.

Sonntagszustellung bereits in München

In München hat der Paket-Dienstleister DHL erstmals bereits an einem Sonntag Sendungen zugestellt. Rund 400 Mitarbeiter waren am vergangenen Sonntag unterwegs, um mehr als 50.000 Pakete an private Haushalte auszuliefern, wie das Unternehmen mitteilte. Das Bayerische Arbeitsministerium habe eine entsprechende Genehmigung erteilt.

nb