Hugo Boss-Model
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Umsatzrückgang im Heimatmarkt Deutsche kaufen weniger Boss-Anzüge

Stand: 02.05.2018, 11:06 Uhr

Der starke Euro setzt dem Metzinger Modekonzern zu. Im ersten Quartal stagnierte der Umsatz bei Hugo Boss. Vor allem in Deutschland hat das Premium-Label Probleme.

Auf dem Heimatmarkt litt Boss unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Der Umsatz der Modefirma schrumpfte hierzulande um fünf Prozent. Die Schwaben erklärten dies mit dem schwierigen Marktumfeld. In Deutschland stagniert der Modeabsatz. Zara, H&M und Billig-Labels setzen den etablierten Modemarken zu.

In USA und China läuft's besser

Den Umsatzrückgang konnte Hugo Boss durch Wachstum in anderen Märkten kompensieren. Besonders gut lief es in Großbritannien, den Benelux-Staaten und in China. Auch im zuletzt schwierigen US-Markt machte Boss Fortschritte. Laut Hugo Boss war vor allem die Freizeitmode ein Wachstumstreiber. Aktuell kleiden sich Menschen lässiger, Anzug und Krawatte bleiben öfter mal im Schrank.

Insgesamt stagnierte der Umsatz des Modeherstellers bei 650 Millionen Euro. Schuld daran war auch der starke Euro. Währungsbereinigt stiegen die Erlöse um fünf Prozent.

Ergebnis steigt nur leicht

Auch beim Gewinn kam Hugo Boss kaum voran. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg lediglich um ein Prozent auf 99 Millionen Euro. Neben dem starken Euro bremsten Investitionen in Produktqualität und die Digitalisierung das Ergebnis. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 50 Millionen Euro hängen – drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Wir sind gut in das Jahr 2018 gestartet", meinte Boss-Chef Mark Langer. Neben dem eigenen Einzelhandel habe Boss auch auf dem zuletzt schwierigen Markt in Amerika wie auch im Onlinegeschäft Fortschritte gemacht.

Aktie unter Druck

Hugo Boss NA: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Anleger jedoch fanden die Bilanz nicht überzeugend. Ein Börsianer sprach von durchwachsenen Resultaten. So habe die Profitabilität zwar überzeugt, das Wachstum sei aber eher mau gewesen. Die Aktie legte zur Xetra-Eröffnung zunächst zu, drehte dann aber ins Minus und ist einer der schwächsten Titel im MDax. Der Modetitel hat sich nach dem Kurseinbruch 2015 wieder etwas gefangen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund sechs Prozent gewonnen.

Für das Gesamtjahr rechnet Hugo Boss nicht mit großen Sprüngen, denn auch die geplante Renovierung der Läden verschlingt viel Geld. Daher wird 2018 das operative Ergebnis stabil bleiben, der Umsatz währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Mit einer Besserung wird in Metzingen erst ab 2019 gerechnet.

Zurück zu den Wurzeln

Der Konzern hatte sich einst mit Ausflügen ins Luxussegment und einer zu starken Expansion verhoben. Inzwischen wurden Läden geschlossen, die Preise gesenkt und die Marken klarer voneinander getrennt. Das rechnet sich laut Vorstandschef Langer nun. Die neuen Kollektionen kämen bei den Kunden gut an. "Unsere Investitionen in die Qualität unserer Produkte und die Begehrlichkeit unserer Marken zahlen sich aus."

Langer hatte den Konzern wieder auf seine Wurzeln in der Herrenmode getrimmt. Da der Damenkollektion in den Läden nun weniger Platz eingeräumt wird, ging deren Umsatz währungsbereinigt um drei Prozent auf 69 Millionen Euro zurück. Das Herrensegment legte hingegen währungsbereinigt um sechs Prozent auf 581 Millionen Euro zu.

nb

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