Cannabispflanze

Handel mit Hanf-Aktien vor dem Aus Deutsche Börse sieht bei Cannabis rot

Stand: 26.06.2018, 16:59 Uhr

Aktien von Tabakkonzernen oder Whiskey-Produzenten auf Xetra oder Tradegate handeln? Kein Problem. Doch bei Cannabis-Aktien zieht die Deutsche Börse jetzt einen Schlussstrich. Wenn auch nicht ganz freiwillig.

Die Deutsche Börse stellt den Handel mit Cannabis-Aktien ein. Ihre Tochter Clearstream werde Aktien von Unternehmen, die Cannabis produzieren, ab dem 24. September vom Handel aussetzen, sagte eine Unternehmenssprecherin dem "Handelsblatt" vom Dienstag.

Luxemburger sind schuld

Grund sei eine neue Vorgabe aus Luxemburg. Die dortige Börsenaufsicht habe entschieden, den Handel mit Cannabis-Aktien als illegal anzusehen und deshalb einzustellen.

In Luxemburg ist der Besitz und Konsum von Marihuana illegal. Auch der Einsatz zu medizinischen Zwecken, etwa zur Schmerzlinderung, ist verboten.

"Ausländische Werte, die bei der deutschen Clearstream liegen, werden von der Clearstream in Luxemburg verwahrt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse dem "Handelsblatt". Deshalb seien deren Entscheidungen maßgeblich.

Belastung für Aktionäre

Betroffen sind dem Bericht zufolge 145 Unternehmen. Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz befürchtet negative Auswirkungen für die Anleger. Schließlich seien an ausländischen Börsen die Gebühren "erfahrungsgemäß sehr viel höher", so Kurz gegenüber dem "Handelsblatt".

"Die Entscheidung der Luxemburger Börsenaufsicht wird also bedeuten, dass diese Aktien für die deutschen Anleger ausfallen. Das wird zu Druck auf den Kurs führen, was die Kunden zusätzlich belastet."

Eine Auflistung der 145 betroffenen Unternehmen, die Clearstream als "Cannabis related stocks" einstuft, finden Sie hier.

High in Kanada

Die Entscheidung der Deutschen Börse ist in der Tat ein herber Dämpfer für die arg gehypte Cannabis-Branche. Jüngst hatte Kanada als erste Industrienation den Anbau und Verkauf von Cannabis legalisiert und damit Hoffnungen auf einen anhaltenden Boom von Cannabis-Aktien neues Futter gegeben.

Toronto Kanada

Kanada ist vorgeprescht - werden jetzt andere Länder nachziehen?. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Positive Nachrichten für die Branche gab es zuletzt auch aus den USA: Dort ist bundesweit das erste verschreibungspflichtige Medikament mit einem Wirkstoff aus der Cannabispflanze zugelassen worden.

Meilenstein für Cannabis-Branche

Die Bundesbehörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) erteilte dem britischen Pharmahersteller GW Pharmaceuticals am Montag die Erlaubnis, sein Medikament Epidiolex gegen zwei seltene Formen von Epilepsie bei Kindern in den USA anzubieten. Es soll voraussichtlich im Herbst auf den US-Markt kommen.

In den USA ist der medizinische Gebrauch von Cannabis auf Bundesebene nicht zugelassen. Deshalb gilt die Freigabe eines auf Cannabis basierenden Medikaments durch eine Bundesbehörde wie die FDA als ein Meilenstein.

Kleiner Wermutstropfen: Auch GW Pharmaceuticals steht auf der Liste von Clearstream.

ag

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Cannabis-Aktien: Folgt nach dem Rausch der Kater? Chartserie

<strong>iAnthus Capital</strong><br/>iAnthus Capital wurde erst 2013 gegründet. Im vergangenen Jahr wurde die Beteiligung der Gesellschaft an Organix, einem Einzelhändler für Cannabis, bekannt. iAnthus will von der gesamten Marihuana-Branche profitieren: Daher flossen Gelder in drei weitere Unternehmen, die Lizenzen für das Marihuana-Geschäft haben und Apotheken sowie Plantagen bewirtschaften. Nachdem die Aktie im November unter starker Volatilität gelitten hat, und auch im Frühjahr deutlich unter Druck stand, hat sie sich in den vergangenen Monaten mehr als verdoppelt und hat ein neues Rekordhoch erklommen.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

iAnthus Capital
iAnthus Capital wurde erst 2013 gegründet. Im vergangenen Jahr wurde die Beteiligung der Gesellschaft an Organix, einem Einzelhändler für Cannabis, bekannt. iAnthus will von der gesamten Marihuana-Branche profitieren: Daher flossen Gelder in drei weitere Unternehmen, die Lizenzen für das Marihuana-Geschäft haben und Apotheken sowie Plantagen bewirtschaften. Nachdem die Aktie im November unter starker Volatilität gelitten hat, und auch im Frühjahr deutlich unter Druck stand, hat sie sich in den vergangenen Monaten mehr als verdoppelt und hat ein neues Rekordhoch erklommen.