Deutsche Börse in Eschborn bei Frankfurt
Audio

Zuwachs unter Erwartungen Deutsche Börse mit gebremstem Schaum

Stand: 21.02.2018, 08:47 Uhr

Der Frankfurter Börsenbetreiber hat im abgelaufenen Jahr mehr verdient und lässt seine Aktionäre auch daran teilhaben. Ganz so üppig wie erhofft war das Jahr 2017 für die Deutsche Börse AG aber nicht.

Denn das abgelaufene Jahr war an der Börse das, was man ein ruhiges Jahr nennt. Will heißen, die Handelsaktivitäten waren insgesamt begrenzt. Größere Ausschläge an den Märkten gab es, anders als im laufenden Jahr, kaum. Und so etwas ist schlecht für eine Börsenplattform, die bekanntlich von der Aktivität der Marktteilnehmer lebt.

Trotzdem hat der Frankfurter Börsenbetreiber 2017 sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz zugelegt, die Erwartungen dabei aber nicht erfüllt. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg um fünf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, das Nettoergebnis um knapp sechs Prozent auf 857,1 Millionen Euro. Das angestrebte Wachstum von 10 bis 15 Prozent wurde damit klar verfehlt.

Die Überraschungen halten sich in Grenzen

Theodor Weimer

Theodor Weimer. | Bildquelle: Imago

Analysten hatten allerdings im Vorfeld bereits ein schwächeres Wachstum prognostiziert und lagen damit goldrichtig. So stieg der Umsatz um drei Prozent auf etwas über 2,46 Milliarden Euro. Im vierten Quartal lief es etwas besser, die Erlöse kletterten um rund vier Prozent auf 680,6 Millionen Euro und das Ebit um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 295,7 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine um zehn Cent auf 2,45 Euro erhöhte Dividende erhalten. Dies entspricht einem Zuwachs von vier Prozent und einem Anteil am Nettoergebnis von 53 Prozent. Auch diese Zahl liegt im Rahmen dessen, was zu erwarten war.

Zuversichtlicher Ausblick

Firmenchef Theodor Weimer blickt mit Optimismus auf das laufende Jahr. Kein Wunder, nach den heftigen Schwankungen vom Jahresanfang, die auch der Aktie gegen den Markttrend Rückenwind beschert hatten. "Für das laufende Geschäftsjahr planen wir mit mindestens fünf Prozent weiterem strukturellen Nettoerlöswachstum. "Daneben wird unser effizientes Kostenmanagement die Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodels sicherstellen, so dass wir 2018 mit mindestens zehn Prozent Wachstum des Konzern-Periodenüberschusses rechnen."

Mit diesen Prognosen im Rücken können die Analysten jetzt ihre Modelle und Kursziele neu berechnen. Nähere Informationen dürften sie noch auf der Bilanz-Pressekonferenz erhalten, die heute ab 10:00 Uhr stattfindet.

Aktie zuletzt ein Gewinner

Die jüngsten Börsenturbulenzen haben die Aktie der Deutschen Börse gegen alle Trends im Dax zum Gewinner gemacht. Kein hässlicher Kurseinbruch wie bei fast allen anderen Indexkollegen, sondern ein konsequenter Aufwärtstrend seit Oktober. Aktuell steht das Papier damit so hoch, wie seit dem Jahr 2008 nicht mehr. Im Späthandel tat sich nicht viel, die Aktie bewegte sich wenig verändert um ihr Xetra-Schlussniveau bei 105,15 Euro.

rm