Wellenförmige Landschaft mit Hochhäusern und Wasser, darüber ein Globus

ESG-Kriterien berücksichtigt Deutsche Börse legt Nachhaltigkeits-Dax auf

Stand: 04.03.2020, 15:44 Uhr

Dem Trend in Richtung nachhaltiger Investments trägt nun auch der Börsenbetreiber Rechnung. Mit dem Dax 50 ESG sollen ökologische und soziale Aspekte sowie eine gute Unternehmensführung stärker berücksichtigt werden.

Nachhaltigkeitsindizes gibt es bereits eine Reihe, etwa von den großen Index-Anbietern MSCI oder Dow Jones. Sie beziehen sich etwa auf den Weltindex MSCI World und filtern die dort enthaltenen Titel nach Nachhaltigkeitskriterien. Nun zieht die Deutsche Börse mit einem eigenen Index nach.

Kohle, Kernkraft und Rüstung sind raus

Der heute gestartete Dax 50 ESG umfasst 50 deutsche Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax. Dabei werden Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social und Governance), kurz ESG, berücksichtigt.

Bei der Zusammenstellung der Indexmitglieder gelten dabei verschiedene Ausschlusskriterien: Wer beispielsweise Geschäfte in den Bereichen umstrittene Waffen, Tabak, Kohle, Kernkraft und militärische Verträge macht, wird nicht aufgenommen. Zudem orientiert sich die Auswahl an den Prinzipien des Global Compact - einem Pakt der Vereinten Nationen (UN) mit Unternehmen, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten.

Verstöße führen zum Rauswurf

Die dem Index zugrunde liegende Rangliste wird nach den Kriterien Marktkapitalisierung, Börsenumsatz und ESG-Bewertung gebildet. Der auf ESG-Kriterien spezialisierte Datenanbieter Sustainalytics liefert dafür die Datenbasis. Alle drei Monate wird die Rangliste überprüft. Wie beim Dax gelten die Regeln Fast Exit und Fast Entry. Auch wenn es zu Verstößen gegen Nachhaltigkeitskriterien kommen sollte, kann ein Unternehmen ausgeschlossen werden.

Im Dax 50 ESG sind zum Start von den 30 Dax-Mitgliedern 23 Aktien enthalten. Nicht dabei sind die Energiekonzerne Eon, RWE, der Gesundheitskonzern Fresenius, der Triebwerksbauer MTU Aero, der Autobauer Volkswagen, die Immobilienfirma Vonovia und der Zahlungsabwickler Wirecard.

ETF und Future in Planung

Als Anleger soll man laut der Deutschen Börse schon in wenigen Wochen in den neuen Nachhaltigkeitsindex investieren können - dann soll ein erster börsengehandelter Indexfonds (ETF) verfügbar sein. Zudem liefen Gespräche, dass künftig auch ein Terminkontrakt (Future) auf den neuen Index angeboten werde.

AB