Das Logo der Deutschen Börse auf einer Glaswand ist vor der neuen Zentrale des Unternehmens in Eschborn zu sehen
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Zahlen über Erwartungen Deutsche Börse ist Krisenprofiteur

Stand: 23.01.2019, 08:45 Uhr

Die zahlreichen geopolitischen Risiken haben die Anleger im vergangenen Jahr verunsichert, der Dax verlor über 18 Prozent. Sehr zur Freude der Deutschen Börse, wie die vorläufigen Zahlen zeigen.

So hat der Börsenbetreiber im vergangenen Jahr seine Gewinnprognose klar übertroffen. Der Vorstand geht davon aus, dass der bereinigte Konzern-Periodenüberschuss 2018 um rund 17 Prozent gestiegen ist, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Ursprünglich hatte der Konzern mit einem Wachstum des Nettoergebnisses von mindestens zehn Prozent gerechnet.

Das Unternehmen profitierte zuletzt von den teils heftigen Schwankungen an den Börsen im Zusammenhang mit diversen politischen Krisen in aller Welt und dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Unternehmen verdient sowohl am Wertpapierhandel - bei steigenden und fallenden Kursen - als auch bei Absicherungsgeschäften an der Eurex. Der Dax-Konzern will seine detaillierten Zahlen am 14. Februar der Öffentlichkeit präsentieren.

Größtes Handelsvolumen seit 2008

Tatsächlich haben die Anleger im vergangenen Jahr so rege Wertpapiere im Tagesgeschäft an der Deutschen Börse gehandelt wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr. Heftige Kursschwankungen trieben den Orderbuchumsatz am Kassamarkt 2018 auf 1,72 Billionen Euro - ein Plus von 17 Prozent binnen Jahresfrist und das höchste Handelsvolumen seit 2008.

Deutsche Börse: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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117,80
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Vor allem ein starker Handel mit Aktien schlug sich in den prall gefüllten Orderbüchern auf den Plattformen Xetra, Börse Frankfurt und Tradegate nieder, hieß es weiter. Aber auch Anleihen, Fonds und Zertifikate wurden stark nachgefragt. Am Kassamarkt werden Wertpapiergeschäfte getätigt, bei denen die Ausführung eines Auftrags und die Erfüllung zeitlich eng beieinander liegen. Gegenteil ist der Terminmarkt, an dem etwa Derivate auf Rohstoffe gehandelt werden.

Anleger freuen sich

Die Aktie der Deutschen Börse legte auf Tradegate um über drei Prozent zu, nachdem sie noch im Dezember um gut zehn Prozent eingebrochen war. Marktexperten zufolge deuten die Zahlen daraufhin, dass das Unternehmen nach den Turbulenzen der Vorjahre wieder in ruhigeres Fahrwasser zurückgekehrt ist.

2017 - noch unter der Leitung von Vorstandschef Carsten Kengeter - war von der fehlgeschlagenen Fusion mit der Londoner Börse, von Insidervorwürfen und dem darauf folgenden Chefwechsel geprägt. Noch im Dezember hatte das Unternehmen wegen Insidergeschäften ihres Ex-Chefs Bußgelder in Höhe von 10,5 Millionen Euro akzeptiert. Unter dem neuen Chef Theodor Weimer konnte sich das Unternehmen zuletzt wieder voll auf das operative Geschäft konzentrieren.

lg