Theodor Weimer
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Es läuft rund Deutsche Börse im Glück

Stand: 29.10.2018, 19:22 Uhr

Die lebhaften Finanzmärkte waren sehr einträglich für die Deutsche Börse. Und für den neuen Konzernchef Theodor Weimer, der den Börsenbetreiber endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser gebracht hat.

Das ist eine gute Bilanz für den seit Anfang des Jahres amtierenden Konzernchef. Nachdem das Jahr 2017 - noch unter der Verantwortung des Vorgängers Carsten Kengeter - von der fehlgeschlagenen Fusion mit der Londoner Börse, von Insidervorwürfen und dem darauf folgenden Chefwechsel geprägt war, herrscht unter Theodor Weimer wieder volle Konzentration auf das operative Geschäft.

Lohnendes Geschäft

Und das war bislang sehr einträglich in diesem Jahr. Allein im dritten Quartal steigerte die Deutsche Börse ihre Nettoeinnahmen um 13 Prozent auf 651 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte sogar um 19 Prozent auf 395 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 225 Millionen hängen, und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Das im Dax notierte Unternehmen schnitt etwas besser ab, als Experten erwartet hatten.

Der Börsenbetreiber profitiert schon seit längerem von den teils heftigen Schwankungen an den Börsen, die die diversen politischen Krisen in aller Welt und der Handelsstreit zwischen den USA und China verursachen. Das Unternehmen verdient sowohl am Wertpapierhandel - bei steigenden und fallenden Kursen - als auch bei Absicherungsgeschäften an der Terminbörse Eurex.

Starker Auftakt ins Schlussquartal

Finanzchef Gregor Pottmeyer äußerte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf: "In Verbindung mit einem starken Auftakt des vierten Quartals sind wir damit auf einem sehr guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erfüllen, und bestätigen unsere Jahresprognose", erklärte er. Der Börsenbetreiber rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum des Nettoergebnisses von mindestens zehn Prozent. Die Börse spricht von einem starken Auftakt des vierten Quartals

Die Deutsche Börse sei weiter hervorragend positioniert, um von einem Zinsanstieg sowie einer steigenden Unsicherheit an den Märkten und damit einer erhöhten Handelsaktivität zu profitieren, sagte HSBC-Experte Johannes Thormann im Vorfeld der Quartalszahlen.

Umbau peu a peu

Konzernchef Weimer will die Erlöse bis 2020 um mindestens 5 Prozent pro Jahr steigern, den Gewinn sogar um 10 bis 15 Prozent. Dafür muss er an die Kosten ran. 350 Vollzeitstellen - darunter 50 Führungspositionen - sollen wegfallen.

Zugleich will der Konzern in moderne Technologien wie Blockchain, Cloud und Künstliche Intelligenz investieren und dort neue Stellen schaffen. So will Weimer den Börsenbetreiber peu a peu neu aufstellen. Bisher gelang dies dem früheren HVB-Chef überzeugend. Die meisten Analysten stellen ihm nach den ersten Monaten im Amt ein gutes Zeugnis aus.

bs/dpa