Deutsche Börse in Eschborn bei Frankfurt

Erwartungen erfüllt Deutsche Börse: Geringere Kosten, mehr Gewinn

Stand: 24.07.2019, 19:47 Uhr

Die Deutsche Börse hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Dazu beigetragen haben gut laufende Geschäfte aber auch die deutlich gesunkenen Personalkosten.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um neun Prozent auf knapp 466 Millionen Euro zu. Damit schnitt das Unternehmen in etwa so ab wie es Experten erwartet hatten. Dabei stiegen die Erträge lediglich um sechs Prozent auf 725 Millionen Euro.

Unter dem Strich kann der Börsenbetreiber sogar ein Plus von 27 Prozent auf 267 Millionen Euro vorweisen. Grund für den Gewinnsprung ist der Rückgang bei den Sonderkosten für den Abbau von Stellen sowie Übernahmen.

Jahresziele bestätigt

Finanzvorstand Gregor Pottmeyer bestätigte nach den ersten sechs Monaten, die im Rahmen der Planung des Unternehmens verliefen, zudem die Jahresziele. Demnach sollen die Erträge um fünf Prozent und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um zehn Prozent steigen.

Neben den weiter rund laufenden Geschäften in Kernbereichen wie der Derivatebörse Eurex oder der Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft Clearstream warten Anleger nun darauf, ob es der Deutschen Börse gelingt, die Handelsplattform FXall zu übernehmen.

Kommt der Zukauf im Index- und Devisenhandel?

Die Gespräche ziehen sich jetzt schon einige Zeit hin. Bereits Anfang April hatte der Konzern bestätigt, dass es Verhandlungen mit dem Mutterkonzern Refinitiv über einige Bereiche des Devisenhandels gibt. "Der in den Marktgerüchten genannte Kaufpreis von 3,5 Milliarden Dollar sowie die unmittelbar bevorstehende Unterzeichnung verbindlicher Verträge entbehren jeder Grundlage", hieß es damals seitens der Deutschen Börse.

Die Deutsche Börse könnte aber nur Teile übernehmen. Aber auch ein Kaufpreis in dieser Größenordnung wäre für sie wohl kein Problem - das Unternehmen hat zum einem 1,5 Milliarden Euro für Zukäufe in der Kasse. Zudem hatte Weimer zuletzt immer wieder betont, dass Investoren voll und ganz hinter seiner Strategie stehen und auch eine Kapitalerhöhung unterstützen würden

Börsenchef Theodor Weimer, der Anfang 2018 auf den unter Beschuss zurückgetretenen Carsten Kengeter folgte, mit dem Devisen- und Indexhandel unabhängiger von den Schwankungen an den Aktien- und Anleihemärkten werden.

lg/dpa-afx/rtr