Deutsche Börse in Eschborn bei Frankfurt

Solide Zahlen, aber... Deutsche Börse wächst nicht mehr zweistellig

Stand: 29.07.2020, 19:47 Uhr

Ob Wirecard-Skandal oder Xetra-Panne: Das alles kann die Deutsche Börse nicht erschüttern. Sie bleibt ein Bollwerk in der Corona-Krise. Auch im zweiten Quartal wuchs der Börsenbetreiber - dank des regen Handels an den Märkten. Die Wettbewerber wachsen aber stärker.

Wie schon im ersten Quartal profitierte der Konzern auch im Zeitraum von April bis Ende Juni vor allem im Aktienhandel von den Kursschwankungen in der Corona-Pandemie, die die Handelsvolumen in die Höhe trieb. Allerdings schwächte sich das Wachstum etwas ab.

Sieben Prozent mehr Umsatz

Im zweiten Quartal stiegen die Nettoerlöse um sieben Prozent auf 777,5 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte um vier Prozent auf 483,1 Millionen Euro. Höhere Kosten bremsten den Anstieg. Analysten hatten ein geringeres Wachstum erwartet.

Allerdings zeigten sich im Derivatehandel Bremsspuren. Zudem machen dem Konzern die niedrigeren Zinsen zu schaffen, die sich negativ auf die Ergebnisse der Abwicklungs- und Verwahrtochter Clearstream auswirkten.

Mehr Dynamik bei Nasdaq und Euronext

Im Vergleich zu den Mitbewerbern wächst die Deutsche Börse aber deutlich langsamer. Der paneuropäische Börsenbetreiber Euronext zum Beispiel steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um fast ein Drittel und den Gewinn um mehr als die Hälfte. Auch der US-Rivale Nasdaq wuchs stärker als die Deutsche Börse.

"Um auch in Zukunft weiter aus eigener Kraft zu wachsen, investieren wir nach wie vor verstärkt in organisches Wachstum, neue Technologien und Regulierungsanforderungen", sagte Finanzchef Gregor Pottmeyer. Am 18. November will Börsenchef Theodor Weimer bei einem Investorentag seine neue Strategie "Compass 2023" präsentieren. Dabei sollen auch Zukäufe für die Börse eine wichtige Rolle spielen.

Jahresprognose bleibt

Die Prognose für 2020 behielt die Deutsche Börse bei. Der bereinigte Überschuss soll von 1,1 auf rund 1,20 Milliarden Euro steigen. Im ersten Halbjahr legte er um 16 Prozent auf 675,5 Millionen Euro zu. Die Erträge sollen aus eigener Kraft mindestens um fünf Prozent zulegen.

nb