Das Logo der Deutschen Börse auf einer Glaswand ist vor der neuen Zentrale des Unternehmens in Eschborn zu sehen
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Aufsichtsrats-Chef geht Deutsche Börse auf Gewinnkurs

Stand: 29.04.2019, 19:45 Uhr

Der Jahresstart ist dem Frankfurter Börsenbetreiber und Dax-Mitglied geglückt. Die Deutsche Börse sieht sich zudem auf Kurs, die gesteckten Jahresziele zu erreichen.

Am Abend nach Börsenschluss hat der Börsenbetreiber aus dem Dax seine Zahlen für das erste Quartal präsentiert. Trotz eines eher schwierigen Umfeldes stieg der um Sondereffekte wie Kosten für den Stellenabbau und Übernahmen bereinigte Gewinn um acht Prozent auf fast 292 Millionen Euro.

Deutsche Börse : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
123,35
Differenz relativ
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Unter dem Strich verdiente die Deutsche Börse 275 Millionen Euro und damit elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Nettoerlöse stiegen um vier Prozent auf 721 Millionen Euro. Damit erfüllte die Deutsche Börse die Erwartungen der Experten beim Erlös, übertraf aber die durchschnittliche Prognose der Analysten beim Gewinn deutlich.

Der Konzern bestätigte zudem seine Prognose für 2019 - demnach soll der bereinigte Gewinn um rund zehn Prozent steigen und die Erlöse aus eigener Kraft um mindestens fünf Prozent zulegen. Morgen ist ab 14:00 Uhr eine Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis geplant.

Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats

Bereits zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass der der in der Kritik stehende Aufsichtsratschef Joachim Faber sein Amt mit Ablauf der Hauptversammlung 2020 niederlegt. Er hatte bereits bei dem Aktionärstreffen vor einem Jahr einen vorzeitigen Abtritt im Laufe seiner dritten dreijährigen Amtszeit angedeutet, den Zeitpunkt aber offen gelassen. Über die Nachfolge werde "zu gegebener Zeit" informiert, hieß es weiter.

Das Krisenjahr 2017 hatte den heute 68-jährigen Faber, der seit Mitte 2012 an der Spitze des Aufsichtsgremiums steht, in die Kritik gebracht. Der geplante Zusammenschluss mit der Londoner Börse LSE scheiterte auch deshalb, weil den Verantwortlichen der Deutschen Börse ein Plan B für den Fall des Brexits zu fehlen schien.

Zudem brachte der Aufsichtsrat unter Fabers Vorsitz ein auf den inzwischen zurückgetretenen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter zugeschnittenes Vergütungsprogramm auf den Weg, das Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen möglichen Insiderhandels nach sich zog.

Aktie am Jahreshoch

Die Aktie des Unternehmens hat sich mit dem Markt vom Jahrestief im September relativ schnell erholt, konnte das hohe Tempo im Anschluss aber nicht halten. Immerhin wurde im April ein neues Jahreshoch bei gut 114 Euro markiert.

Damit ist das Papier zwar nicht mehr weit weg vom Allzeit- und Zwölf-Monats-Hoch bei 121,50 Euro aus dem Juli 2018, bisher ist es aber in diesen Höhen stets wieder bergab mit dem Kurs gegangen. Erst ein nachhaltiger Schub über das Hoch dürfte ein neues Signal geben.

Das Unternehmen hält am 9. Mai seine Hauptversammlung ab. Es soll eine Dividende von 2,70 Euro für 2018 gezahlt werden. Die Aktie bewegt sich im Späthandel kaum. Während des regulären Xetra-Handels hatte das Papier bei 116,95 Euro geschlossen, ein Abschlag von 0,34 Prozent.

dpa/rm