Deutsche Bank

Vize Karl von Rohr Deutsche Bank: Erst die Hausaufgaben, dann die Fusion

Stand: 28.11.2018, 06:53 Uhr

Immer wieder wurde in den letzten Monaten das Szenario einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank durchgespielt. Doch im Vorstand des Branchenprimus ist das gar kein Thema.

"Unsere Aktionäre würden uns schelten, wenn wir uns nicht mit strategischen Alternativen befassen würden. Aber entscheidend ist: Derzeit ist das kein Thema, wir haben in den kommenden zwölf bis 18 Monaten erst einmal genug Hausaufgaben zu erledigen", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Karl von Rohr, im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Deutsche Bank-Vorstand Karl von Rohr

Karl von Rohr. | Bildquelle: Imago

Auch Vorstandschef Christian Sewing hatte Spekulationen über eine baldige Fusion mit der Commerzbank eine Absage erteilt. Auch er sprach von "Hausaufgaben“, die die Deutsche Bank zunächst zu machen habe. Dabei gehe es vor allem um die Profitabilität. Die gelte es in den nächsten 18 Monaten zu steigern. Wenn man damit vorangekommen sei, könne man auch über andere Dinge reden. Sewing vermied es allerdings, konkret von einem Zusammengehen mit der Commerzbank zu sprechen.

Thema nur aufgehoben

In der Politik bleibt das Thema Fusion auf der Agenda. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) beklagte jüngst das Fehlen einer international wettbewerbsfähigen deutschen Bank, die mit den großen amerikanischen Banken Schritt halten kann. Aus Koalitionskreisen heißt es aber auch, dass man über die Sinnhaftigkeit einer solchen Fusion diskutiere.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
7,05
Differenz relativ
-3,50%

Eine berechtigte Frage, stecken doch Deutsche Bank und Commerzbank mitten in der Restrukturierung. Beide Institute haben vor rund zehn Jahren andere deutsche Banken übernommen: Die Deutsche Bank die eher renditeschwache Postbank, die Commerzbank die marode Dresdner. Für beide haben sich diese Zukäufe als Fehlentscheidung erwiesen, denn sie belasteten die Häuser mehr als sie ihnen Zugewinne brachten.

Umbau des Vorstands?

Derweil berichtet das Wall Street Journal von einem erneuten Umbau der Führungsebene der Deutschen Bank. Danach sollten die für Aufsichts-, Regulierungs- und Compliance-Fragen zuständige Vorständin Sylvie Matherat und der Chef des Amerika-Geschäfts, Tom Patrick, von den Plänen betroffen sein. Bei der Deutschen Bank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erhalten.

lg/rtr/dpa