Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Kostensenkung geht weiter Deutsche Bank verschärft Jobabbau

Stand: 13.05.2020, 09:52 Uhr

Vorübergehend war er gestoppt, jetzt treibt die Deutsche Bank den Stellenabbau wieder voran. Das Bankhaus befindet sich schon länger in einer großen Umstrukturierung.

Wegen der Corona-Krise drückt die Deutsche Bank stärker auf die Kostenbremse. In diesem Zuge treibt sie auch den Stellenabbau wieder voran, der durch die Pandemie vorübergehend auf Eis gelegt war. Das Bankhaus befindet sich schon seit Monaten in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess. "In dieser Phase des Umbruchs müssen wir unsere Bank noch wetterfester machen", sagte Konzernchef Sewing laut einer am Dienstag vorab veröffentlichten Rede, die er bei der virtuellen Hauptversammlung am kommenden Mittwoch halten wird. "Wir können zwar nicht die Stärke des Sturms bestimmen, wohl aber die Stabilität unseres Schiffs."

"Das ist immer schmerzhaft"

Um das Schiff zu stabilisieren, werde der Abbau der 18.000 Vollzeitstellen im Konzern wieder vorangetrieben und Gespräche zu den Mitarbeitern gesucht, so Sewing. "Das ist immer schmerzhaft, und es ist ganz besonders schmerzhaft in diesen Zeiten. Aber wir müssen in diesem Umfeld an unseren Kostenprogrammen festhalten", erklärte der Manager.

Im Rahmen des Stellenabbaus sollen auch Manager-Posten wegfallen, zudem wollen die Mitglieder des Vorstands und des Konzernleitungskomitees einen Monat lang auf ihr Festgehalt verzichten. Bis 2022 sollen die Kosten auf 17 Milliarden von 21,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sinken.

Bankenwelt wird sich verändern

Deutsche Bank-Aufsichtsrat Paul Achleitner

Deutsche Bank-Aufsichtsrat Paul Achleitner. | Bildquelle: Imago

Aufsichtsratschef Paul Achleitner machte in seiner ebenfalls vorab veröffentlichten Rede deutlich, dass die Bankenwelt nach der Pandemie eine andere sein werde. Damit die Deutsche Bank wettbewerbsfähig bleibt, sei neben den Kosteneinsparungen auch der Ausbau von Technologie notwendig, sagte Sewing. Auch das Thema Nachhaltigkeit werde immer wichtiger, das bestätigt das Interesse der Kunden an nachhaltigen Finanzierungen und Anlageprodukten im Bereich Umwelt und Soziales. Seit Jahresbeginn habe die Deutsche Bank deshalb solche Anleihen im Wert von fast 3,5 Milliarden Euro platziert.

Im frühen Handel sackte die Aktie der Deutschen Bank zeitweise um drei Prozent ab. Im Februar war der Dax-Titel von über zehn Euro auf unter fünf Euro im März gefallen. Seitdem befindet sich die Aktie wieder auf leichtem Erholungskurs.

ms/rtr