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Einbruch im Wertpapierhandel Deutsche Bank: Schwaches Quartal

Stand: 26.04.2019, 08:22 Uhr

Erste Eckdaten hatte die Deutsche Bank bereits gestern bekannt gegeben. Danach hat sie im ersten Quartal ihren Gewinn kräftig gesteigert - auf bescheidene 201 Millionen Euro. Dabei sind die Einnahmen gesunken.

Im Vergleich zu den 120 Millionen Euro Gewinn im Vorjahresquartal ergibt sich nun ein optisch kräftiger Anstieg um 67 Prozent. Wegen einem Einbruch im Wertpapierhandel gingen die Einnahmen der Bank jedoch um neun Prozent zurück auf 6,4 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte betrug der Rückgang der Einnahmen fünf Prozent.

Wie das größte deutsche Geldhaus mitteilte, brachen vor allem im Handel mit Anleihen und Aktien die Erträge um fast ein Fünftel ein. Darin spiegeln sich nach Angaben der Bank der Umbau des Geschäfts im Jahr 2018 und schwierige Marktbedingungen wider. Allerdings sanken auch die Erträge im Beratungs- und Emissionsgeschäft um fünf Prozent.

Rote Zahlen im Investmentbanking

Unter dem Strich musste die Unternehmens- und Investmentbank - die größte der drei Säulen des Finanzkonzerns - deshalb einen Verlust von 88 Millionen Euro hinnehmen. Im Startquartal 2018 hatte sie noch einen Gewinn von 203 Millionen Euro geschrieben. Auch andere Großbanken hatten zuletzt in diesen Geschäftszweigen herbe Rückschläge hinnehmen müssen.

Sie konnten diese Schwäche aber durch üppig fließende Erträge im Privatkundengeschäft wieder ausgleichen. Das gelang der Deutschen Bank nicht. Im Gegenteil: Die Erträge in der Privat- und Firmenkundenbank beliefen sich im ersten Quartal auf 2,5 Milliarden Euro - ein Minus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr - allerdings legte das verwaltete Vermögen um sechs Prozent auf 502 Milliarden Euro zu. Das Geschäft auf dem Heimatmarkt Deutschland ging um sieben Prozent zurück. Der Gewinn vor Steuern gab um elf Prozent auf 287 Millionen Euro nach.

Gesunkene Kosten

Deutsche Bank-Türme

Deutsche Bank. | Bildquelle: Imago

In der Vermögensverwaltung - hauptsächlich ist hier die Fondstochter DWS gemeint - sanken die Einnahmen um vier Prozent auf 525 Millionen Euro. "Der Rückgang im Jahresvergleich beruht zum Teil auf geringeren Verwaltungsgebühren, weil das verwaltete Vermögen infolge von Nettomittelabflüssen und der negativen Marktentwicklung Ende 2018 geringer war", hieß es zur Begründung. Das verwaltete Vermögen stieg um 42 auf 706 Milliarden Euro.

Dass die Bank ihren Gewinn trotz der schrumpfenden Erträge steigern konnte, liegt am strikten Sparplan, den Vorstandschef Christian Sewing dem Haus verordnet hat. Danach gingen die Aufwendungen um acht Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zurück.

Stabile Geschäfte erwartet

In den Kosten waren 604 Millionen Euro an Bankabgaben insbesondere an den Abwicklungsfonds enthalten, rund 60 Millionen Euro weniger als im Vorjahresquartal. Sie fallen jeweils hauptsächlich im ersten Quartal eines Jahres für das Gesamtjahr an. Die bereinigten Kosten ohne diese Abgaben beliefen sich daher auf 5,3 Milliarden Euro, 400 Millionen weniger als im Vorjahresquartal.

Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit einem insgesamt stabilen Geschäft. "Wir erwarten, dass unsere Erträge im Jahr 2019 im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr bleiben werden", teilte der Dax-Konzern einen Tag nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank mit. Anfang Februar hatte Bankchef Christian Sewing noch eine leichte Steigerung angepeilt. Doch ein Einbruch im Wertpapierhandel zog die Erträge zum Jahresstart insgesamt um neun Prozent auf 6,4 Milliarden Euro nach unten. Hoffnung macht dem Vorstand hingegen der Zustrom an frischen Kundengeldern.

lg