Ein verzerrtes Deutsche Bank-Logo spiegelt sich in einer Hochhausfassade

Vor den Quartalszahlen am Donnerstag Deutsche Bank: Schon wieder eine schwierige Woche

Stand: 23.04.2018, 09:05 Uhr

Wenn der neue Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing an diesem Donnerstag die Zahlen zum Jahresauftakt vorlegt, wird er auch Fragen zu anderen "Vorkommnissen" beantworten müssen.

So wird Sewing die Frage beantworten müssen, wie das größte deutsche Geldhaus künftig sein Investmentbanking aufstellen will - die Sparte, die den Konzern in den letzten Jahren Belastungen in Milliardenhöhe gekostet hat. Was eine Abwicklung des hauptsächlich in London ansässigen Geschäfts kosten würde, muss die Bank seit einiger Zeit bereits durchrechnen - nach Aufforderung der Europäischen Zentralbank (EZB).

James von Moltke, CFO Deutsche Bank

James von Moltke. | Bildquelle: Unternehmen

Laut Finanzvorstand James von Moltke sei damit aber "keinerlei Aufforderung der EZB verbunden, unser Handelsgeschäft zu schrumpfen". Bei der "rein analytischen Übung" gehe es "um einen - theoretischen - geordneten Rückzug, also kein Neugeschäft, aber auch keine Notverkäufe oder einen beschleunigten Abbau", sagte der Manager dem "Handelsblatt".

Fragenkatalog wegen Überweisungsfehler

Ein Nachspiel hat auch der peinliche Überweisungsfehler der vergangenen Woche - die Bank überwies versehentlich 28 Milliarden Euro. Die europäischen Bankenaufseher hätten einen Fragenkatalog an die Bank geschickt, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf Finanzkreise. Die Aufseher hätten diverse Fragen zu der Panne gestellt, etwa warum die Sicherheitskontrollen nicht funktioniert hätten, warum es kein Vier-Augen-Prinzip und zusätzliche Genehmigungen der Zahlung gegeben hätte. Auch sollen sich die Aufseher erkundigt haben, wie die Bank Ähnliches in Zukunft verhindern will.

Deutsche Bank Aufsichtsratschef Paul Achleitner

Paul Achleitner. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass Aufsichtsratschef Paul Achleitner bei der überraschenden Entlassung von Vorstandschef John Cryan und der Neubesetzung der Führungsspitze vor knapp zwei Wochen offenbar mehr Gegenwind im Kontrollgremium hatte als bislang bekannt. Bei der entscheidenden Sitzung am Abend des 8. April soll es mehrere Gegenstimmen gegeben haben. Die Bank legt jedoch wert auf die Feststellung, dass die Neubesetzung des Chefpostens mit Christian Sewing einstimmig, mit nur einer Enthaltung, erfolgt sei.

Aktionäre sollen über Achleitner abstimmen

Derweil hat einer der Anteilseigner der Bank, die Riebeck-Brauerei, auf die Tagesordnung der Hauptversammlung setzen lassen, dass die Aktionäre bei dem Treffen am 24. Mai über die Abberufung von Achleitner abstimmen. "Der Niedergang der Deutschen Bank ist untrennbar mit der Personalie Dr. Achleitner verbunden", heißt es in der Begründung. "Dr. Achleitner scheint der Einzige zu sein, der nach wie vor daran glaubt, dass die Bank kein 'Strategieproblem, sondern nur ein Umsetzungsproblem' habe, das mit einem schlichten Personalwechsel zu beheben sei."

Zugleich fordert die Riebeck-Brauerei eine Abspaltung des US-Investmentbanking. Die Deutsche Bank soll sich nach Ansicht des Aktionärs im Investmentbanking nur noch auf Regionen wie Europa oder Asien konzentrieren. Hinter der Riebeck-Brauerei steht der klagefreudige Kölner Berufsaktionär Karl-Walter Freitag, der auch auf den Hauptversammlungen der Commerzbank stets für Aufsehen sorgt. Ihm gehören laut Medienberichten 0,01 Prozent des Aktienkapitals.

HNA reduziert Anteile

HNA Group-Zentrale

HNA Group-Zentrale. | Bildquelle: picture alliance / Da Qing/Imaginechina / dpa

Mit Erleichterung dürfte die Führungsriege der Bank dagegen die Mitteilung zur Kenntnis genommen haben, dass der hoch verschuldete chinesische Großaktionär HNA seine Beteiligung an der Deutschen Bank abermals gesenkt hat. Diese beläuft sich nun auf 7,9 Prozent, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Erst im Februar hatte HNA seinen Anteil an dem Geldhaus auf etwa 8,8 Prozent von zuvor rund zehn Prozent reduziert.

Der chinesische Mischkonzern hält den Anteil über den Finanzinvestor C Quadrat. HNA steht unter Druck: das Unternehmen hatte in den zurückliegenden Jahren für rund 50 Milliarden Dollar in aller Welt Beteiligungen und Immobilien erworben - auf Pump. Zuletzt hatte die HNA-Führung die Gläubiger vor einem Liquiditätsengpass gewarnt und damit begonnen, sich von einem Teil der Investments zu trennen, um wieder an flüssige Mittel zu bekommen.

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lg