Stempel mit Minuszinsen-Schriftzug

Privatkunde, sei wachsam Deutsche Bank: Negativzinsen kein Tabu mehr

Stand: 31.10.2019, 10:52 Uhr

Das wird den Privatkunden der Deutschen Bank überhaupt nicht gefallen: Finanzvorstand James von Moltke räumte ein, dass man erwäge, Negativzinsen an sie weiterzugeben. Mit dieser Idee steht die Bank längst nicht mehr alleine da.

Um dem Ertragsschwund entgegenzutreten, versucht die Deutsche Bank, Negativzinsen an Kunden weiterzureichen, wie Finanzchef James von Moltke anlässlich der jüngsten Präsentation der Geschäftszahlen sagte. Solche Strafzinsen könnten rund ein Fünftel der Einlagen in der Privatkundensparte betreffen, bei Normalsparern in Deutschland sei die Möglichkeit jedoch wegen der Rechtslage nicht gegeben.

In einem Gespräch mit "Bloomberg TV" sagte der Finanzvorstand ferner, das Management erwäge über alle Geschäftsbereiche hinweg, negative Zinsen an die Kunden weiterzugeben, wo es klug und vernünftig und auch legal sei. Die Bank befinde sich dazu in Kundengesprächen in der Unternehmensbank und der Privatbank.

Hoher Freibetrag

Banken in der Eurozone müssen für überschüssige Gelder, die sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, Strafgebühren zahlen. Zahlreiche Institute denken inzwischen öffentlich darüber nach, wie sie diese Kosten an Kunden weitergeben können. Mehr als 30 Banken tun es bereits. Allerdings gibt es in der Regel einen recht hohen Freibetrag, der von den wenigsten Kunden übertroffen werden dürfte. Bislang verlangt keine Bank Negativzinsen für Tagesgeldeinlagen unter 100.000 Euro.

James von Moltke, CFO Deutsche Bank

James von Moltke: Finanzvorstand. | Bildquelle: Unternehmen

Verbraucher sollten daran denken, dass Banken den Negativzins auch auf andere Weise weitergeben können und das bereits auch tun: durch Gebührenanhebungen oder durch Schaffung neuer Gebühren.

ts