Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
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Abwickeln & verkaufen Deutsche Bank plant angeblich Bad Bank

Stand: 17.06.2019, 09:40 Uhr

Die Deutsche Bank will einem Bericht zufolge beim geplanten Konzernumbau Risiken bei Wertpapieren in Milliardenhöhe loswerden. Dazu soll eine sogenannte Bad Bank gegründet werden – den Anlegern scheint der Plan zu gefallen, Experten sind zurückhaltend.

Vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum Ertrag abgeworfen haben sollen in eine interne Abwicklungseinheit („Bad Bank“) ausgelagert oder verkauft werden, berichten die „Financial Times“ und die Nachrichtenagentur Reuters und berufen sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Volumen solle bis zu 50 Milliarden Euro betragen.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ende März hatte die Bank in der Bilanz den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert. Die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro. Sollte die Deutsche Bank also 50 Milliarden Euro an Derivaten intern abwickeln oder verkaufen, würde das zwar Risiken minimieren - der Effekt wäre aber nicht allzu hoch. Dies hatte der JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein, der die Bank seit vielen Jahren beobachtet, bereits Anfang Juni in einer Studie errechnet.

„Risiken verdecken“

Ganz neu sind die Spekulationen über eine „Bad Bank“ nicht. Auch der von der „Financial Times“ erneut genannte starke Abbau des Aktien- und Anleihegeschäfts außerhalb Europas, oder sogar der Ausstieg aus diesem, wäre nicht neu, kommentierte ein Marktteilnehmer. Es würde sich um einen „Plan B“ handeln, um Risiken zu verdecken.

Die Bank selbst wollte den Bericht nicht konkret kommentieren, sondern verwies auf frühere Aussagen: „Auf der Hauptversammlung im Mai haben wir angekündigt, dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen werden, um unsere Transformation zu beschleunigen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Wir werden Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit sobald wie möglich über die Ergebnisse informieren.“

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Muss Antworten finden: Deutsche Bank-Chef Christian Sewing. | Bildquelle: picture alliance / Arne Dedert / dpa

Aktie reagiert positiv

Die Aktie der Deutschen Bank legt mehr als drei Prozent auf 6,22 Euro zu. Anfang Juni war sie bei 5,801 Euro auf ein Rekordtief gefallen. Investoren warten weiter auf Antworten, wie der jetzt seit etwas mehr als einem Jahr amtierende Konzernchef Christian Sewing die Probleme der Bank lösen will.

Experten gehen davon aus, dass Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den dringend benötigten forcierten Umbau der Bank vorlegen wird.

ts