Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
Audio

Laut Finanzvorstand Deutsche Bank: Neue Belastungen

Stand: 21.03.2018, 15:20 Uhr

Wer gehofft hatte, die Deutsche Bank sei aus dem Gröbsten raus, muss sich weiter gedulden. Finanzvorstand James von Moltke verweist jedenfalls auf neue Belastungen im ersten Quartal.

Wegen des starken Euro und höherer Refinanzierungskosten sei im ersten Quartal im Investmentbanking, der wichtigsten Sparte der Deutschen Bank, mit Belastungen von rund 450 Millionen Euro zu rechnen. Das sagte James von Moltke, der Finanzchef des Instituts, am Mittwoch auf einer Investorenkonferenz von Morgan Stanley in London.

300 Millionen Euro gehen nach seinen Worten auf das Konto des für die Bank derzeit ungünstigen Wechselkurses der Gemeinschaftswährung zum Dollar, 150 Millionen Euro kommen durch höhere Kosten bei der Refinanzierung zustande. Noch in der vergangenen Woche hatte die Deutsche Bank bei der Vorlage ihres Geschäftsberichts Hoffnung auf ein besseres Jahr gemacht.

James von Moltke, CFO Deutsche Bank

James von Moltke. | Bildquelle: Unternehmen

Aktie fällt unter 12 Euro

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10,45
Differenz relativ
-0,85%

Die Nachricht aus London trifft die Anleger wie ein Schlag: Der Kurs der Deutschen Bank rutscht am Nachmittag um über sechs Prozent ab. Die Aktie fällt damit unter die Schwelle von 12 Euro. So niedrig hatte das Papier zuletzt im November 2016 gestanden und damit zu einer Zeit, als ernsthaft darüber spekuliert worden war, ob die Deutsche Bank noch eine Zukunft hat. Zwischenzeitlich konnten ein wichtiger Rechtsstreit mit der US-Regierung beigelegt, das Kapital deutlich aufgestockt und mit dem chinesischen Mischkonzern HNA ein neuer Hauptaktionär gewonnen werden.

Doch viele Investoren sind unzufrieden mit dem Tempo der Neuaufstellung bei der Deutschen Bank unter Chef John Cryan. Sie wollen Ergebnisse sehen. Stattdessen musste Deutschlands größtes Geldhaus für 2017 den dritten Jahresverlust in Folge verkünden, während insbesondere viele US-Rivalen seit Jahren hohe Gewinne einfahren.

Reise dauert zwei Jahre

"John hat es immer ganz klar gemacht: Das ist keine Reise, die in einem Quartal zu machen ist", sagte Co-Vizechef Marcus Schenck auf einer anderen Veranstaltung. "Das ist eine Reise, die mehrere Jahre dauert." Die Bank sei zwar auf einem richtigen Weg, müsse dies aber immer wieder unter Beweis stellen.

lg/dpa/rtr