Ein verzerrtes Deutsche Bank-Logo spiegelt sich in einer Hochhausfassade

Börsengang der Vermögensverwaltung Deutsche Bank nennt IPO-Banken

Stand: 12.11.2017, 14:21 Uhr

Der geplante Börsengang der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank nimmt Kontur an. Jetzt sickerte durch, welche Banken die neuen Aktien bei den Kunden vermarkten sollen. Im Frühsommer könnte es soweit sein.

Zwar wird die Deutsche Bank selbst der einzige globale Koordinator des geplanten Börsengangs sein, für den Gang aufs Parkett sind aber jetzt intern bereits die begleitenden Banken bestimmt worden. Dies berichtete ein Insider am Wochenende. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

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Genannt werden als sogenannte Senior-Bookrunner die britische Barclays Bank, die amerikanische Citigroup sowie die Credit Suisse. Junior-Bookrunner sollen die BNP Paribas aus Frankreich, die italienische UniCredit, die UBS aus der Schweiz, die ING aus den Niederlanden sowie die US-Investmentbank Morgan Stanley sein. "Die Entscheidung für diese Banken ist bereits gefallen, mit ihnen gemeinsam werden wir den Börsengang durchführen", sagte der Insider gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

Ein milliardenschweres Geschäft

Die gesamte Vermögensverwaltung, zu der auch die in Deutschland bekannte Marke DWS gehört, wird auf rund acht Milliarden Euro angesetzt. Bei einem Börsengang von einem Viertel könnten also zwei Milliarden Euro in die Kassen der Bank fließen. Institutionelle Kunden werden dabei von der Deutsche Asset Management betreut. Das insgesamt betreute Vermögen liegt bei rund 700 Milliarden Euro.

John Cryan

John Cryan. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Mit der Benennung der IPO-Banken wird es langsam ernst mit dem milliardenschweren Börsengang. Aufgabe der begleitenden Banken ist es, die neuen Aktien bei ihren Kunden zu vermarkten. Üblicherweise dauert es nach der Benennung der Banken noch etwa ein halbes Jahr bis zum eigentlichen IPO. Ein Termin im Frühling/Frühsommer (April oder Mai), scheint daher realistisch.

Es fällt auf, dass mit Goldman Sachs und JPMorgan die beiden größten US-Häuser nicht beteiligt sind. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass das Interesse hautsächlich von europäischen Investoren ausgehen könnte. Allerdings haben die beteiligten Banken trotzdem noch ein genügend großes Netzwerk, um die Aktien auch in den USA oder Asien anbieten zu können. Noch unklar ist, ob die technische und organisatorische Trennung vom Mutterkonzern schon zum Jahresende von statten gehen kann. Leiter des Bereiches ist der 52-jährige Franzose Nicolas Moreau, der auch im Vorstand der Bank sitzt.

Aktie ohne Richtung

Die (dividendenlose) Aktie der Deutschen Bank hat in den vergangenen zwölf Monaten keine klare Richtung ausgebildet und schwankt zwischen knapp 13 und 17,50 Euro. Bankchef John Cryan hat das Haus nach dem chaotischen Abgang von Vorgänger Anshu Jain zwar stabilisiert, von der Ertragsdynamik insbesondere der amerikanischen Konkurrenten ist die Bank aber meilenweit entfernt.

Allerdings hat es die Bank - wie auch andere Häuser - schwer, in Nullzinszeiten im europäischen Geschäft auskömmliche Zinserträge zu erwirtschaften. Die Börsenkapitalisierung liegt denn auch bei nur knapp 32 Milliarden Euro. Dabei ist die Deutsche Bank im Investmentbanking im Anleihehandel oder im Devisenhandel einer der großen Spieler am Weltmarkt und ein Konkurrent auf Augenhöhe der US-Bank JPMorgan Chase. Das New Yorker Haus ist mit 347 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung aber fast zehnmal so viel wert.

rm/rtr