Die Sonne spiegelt sich in der Fassade der Deutschen Bank

Sparpotenzial heben Deutsche Bank: Manager sollen freiwillig auf Gehalt verzichten

Stand: 24.05.2020, 11:19 Uhr

Fußballmillionäre machen es vor, Banker sollen es nachmachen: Die Deutsche Bank hat einige ihrer Manager darum gebeten, freiwillig auf ein Monatsgehalt zu verzichten.

"Das ist eine freiwillige Maßnahme im Sinne des Unternehmergeists und der Disziplin, mit denen wir unser Unternehmen leiten", teilte Konzernsprecher Jörg Eigendorf am Samstag mit. Zuvor hatte die "Financial Times" darüber berichtet.

Demnach hätten sich Geschäftsführung und Mitglieder des Group Management Committees bereits auf einen freiwilligen Verzicht auf ein Monatsgehalt geeinigt. Nun wolle man einer größeren Gruppe von Senior Managern die Möglichkeit geben, Teil dieser Initiative zu sein, so Eigendorf weiter. Betroffen seien davon "wenige Hunderte" Mitarbeiter, wie ein Sprecher der Deutschen Bank auf dpa-Anfrage mitteilte.

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Sparpotenzial gibt es ausreichend

Die Deutsche Bank treibt ihren 2019 eingeleiteten Konzernumbau trotz der Corona-Krise weiter voran. Der freiwillige Gehaltsverzicht sei ein Teil der Kostensenkungen, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Deutschlands größtes Geldhaus hat sich aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking geschrumpft. Zudem soll bis Ende 2022 konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken.

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter der Deutschen Bank einen Netto-Verlust in Höhe von 5,7 Milliarden erwirtschaftet. Die Personalkosten betrugen mehr als 11 Milliarden Euro.  Insgesamt wurden Boni ich Höhe von 1,5 Milliarden Euro ausgezahlt. Im Vorjahr waren es noch 1,9 Milliarden.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing. | Bildquelle: picture alliance / Sven Simon / dpa

Der Vorstand der Deutschen Bank erhielt für 2019 einen leistungsbezogenen Vergütungsanteil von 13,3 Millionen Euro. Das ist etwas mehr als halb so viel wie im Vorjahr.

ts/dpa