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Deutsche Bank-Türme nachts

Kapitalerhöhung Deutsche Bank kommt zu 22,50 Euro

Stand: 05.06.2014, 16:30 Uhr

Die Deutsche Bank kann ihre milliardenschwere Kapitalerhöhung doch pünktlich durchziehen. Die neuen Aktien kommen zu 22,50 Euro, ein etwas höherer Preis als erwartet.

Das Frankfurter Amtsgericht machte am Donnerstagvormittag den Weg für die Kapitalerhöhung frei. Der erste Teil der Maßnahme, bei der der katarische Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani vor gut zwei Wochen im Schnellverfahren für 1,75 Milliarden Euro neue Aktien des Instituts gekauft hatte, sei nun ins Handelsregister eingetragen und damit rechtskräftig, sagte ein Gerichtssprecher. Damit hat der Investor aus dem Emirat nun wie vorgesehen auch ein Bezugsrecht für den zweiten Teil der Kapitalerhöhung.

Durch Verzögerungen bei der Eintragung ins Handelsregister drohte der Zeitplan für die gesamte Kapitalmaßnahme ins Wanken zu geraten. Die Bezugsfrist für die neuen Aktien soll an diesem Freitag beginnen.

Etwas mehr als erwartet

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,16
Differenz relativ
+1,45%

Am Vormittag teilte die Bank mit, die neuen Aktien zu einem Stückpreis von 22,50 Euro anzubieten. Damit liegt der Preis etwas höher als zuletzt am Markt erwartet. Für jeweils 18 alte Aktien erhalten Deutsche-Bank-Altaktionäre fünf neue. Der Preis ergibt einen Abschlag von etwa 20 Prozent auf den um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Aktienkurs ("TERP"). Der Börsenkurs lag kurz vor der Bekanntgabe des Bezugspreises bei 29,79 Euro.

Im zweiten Teil ihrer Kapitalerhöhung will die Deutsche Bank 299,8 Millionen neue Aktien verkaufen und so 6,75 Milliarden Euro einsammeln und damit etwas mehr als zunächst erwartet. Insgesamt hat die Kapitalmaßnahme aber ein Volumen von rund 8,5 Milliarden Euro. Denn der Scheich aus Katar war schon zuvor als neuer Großaktionär eingestiegen.

Aktien de facto schon verkauft

Die Aktien sind de facto schon verkauft, weil die beteiligten Investmentbanken die Emission garantieren. Mit dem Geld wollen die beiden Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die bislang vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufpolstern und im Investmentbanking angreifen.

Es ist die zweite Kapitalerhöhung der Deutschen Bank seit Anfang 2013. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte das Institut bereits drei Milliarden Euro eingesammelt. Damit hatte der Vorstand eigentlich die Kapitalthemen für beendet erklärt und wollte wieder auf Wachstum schalten.

Doch zahlreiche Rückschläge machten diese Rechnung zunichte. So rissen teure Vergleiche wegen Rechtsstreitigkeiten tiefe Löcher. Zudem kämpft das Institut mit den Anforderungen der Aufseher. Aktien der Deutschen Bank sind in diesem Jahr zusammen mit Adidas die schlechtesten Papiere im Dax. Seit Jahresbeginn die Aktie rund 15 Prozent an Wert verloren.

Schwaches zweites Quartal zeichnet sich ab

Gleichzeitig hat die Bank in ihrem Prospekt zur Kapitalerhöhung einen schwachen Start ins zweite Quartal bekannt gegeben. Das Kerngeschäft Investmentbanking habe auch im April und Mai wegen der Zurückhaltung der Kunden nicht wieder angezogen, hieß es. Auch das Thema Rechtsstreitigkeiten ist nicht erledigt. Das Institut bekräftigte, dass es sich in zahlreichen und potenziell teuren Auseinandersetzungen befinde, vor allem die Verwicklung in den weltweiten Devisenskandal könne die Bank womöglich empfindlich treffen.

rtr/dpalg/rm

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