Baustellenschild vor der Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt

Filialschließungen, Arbeitsplatzabbau Deutsche Bank: Jetzt wird's ernst

Stand: 19.12.2019, 08:19 Uhr

Für Privatkunden der Deutschen Bank wird der Weg zu ihrer Filiale demnächst noch weiter, denn zahlreiche Standorte werden dicht gemacht. Fast könnte man meinen, die Deutsche Bank schaffe sich ab.

Bis 2022 sollen die Kosten im Privatkundengeschäft um 1,4 Milliarden Euro sinken, zusätzlich zu den für 2019 erwarteten 200 Millionen Euro. Dass ein solches Ziel nicht ohne die Schließung von Filialen und den Abbau Tausender Stellen zu schaffen sein wird, ist klar.

Folglich reißen die Spekulationen darüber nicht ab. Nachdem bereits im Sommer die "Wirtschaftswoche" gemutmaßt hatte, dass von rund 200 Zweigstellen den Sparplänen zum Opfer fallen werden, sind nun neue Schätzungen aufgetaucht.

200 bis 300 Zweigstellen dicht

So berichtet das Manager Magazin, dass bis 300 Standorte innerhalb der nächsten drei Jahre aufgegeben werden könnten. Derzeit hat die Bank noch 535 Zweigstellen, 188 wurden in den vergangenen Jahren geschlossen. Die Postbank betreibt noch 850 eigene Filialen.

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Diesem Schrumpfungsprozess werden auch Tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Das Handelsblatt berichtet unter Berufung auf Finanzkreise, dass im Privatkundengeschäft bis zu 6.000 Stellen wegfallen dürften. Dies betreffe sowohl Arbeitsplätze, die direkt in der Privatkundensparte angesiedelt seien, als auch Infrastruktur- und Querschnittsaufgaben, etwa in der IT.

Zahl der Arbeitsplätze schrumpft

Bislang ist der Abbau von knapp 2.000 Stellen in der Zentrale und im Bereich Operations – also bei IT- und Verwaltungsarbeiten bekannt. Insgesamt hat sich das Bankmanagement um Christian Sewing zum Ziel gesetzt, die Zahl der Arbeitsplätze bis 2022 um 18.000 auf 74.000 zu reduzieren.

Ende September wies die Bank noch knapp 90.000 Vollzeitstellen aus. Bislang hat das Geldhaus seine Ziele beim Personalabbau aber noch nicht auf einzelne Regionen oder Sparten heruntergebrochen.

Die immer noch größte Bank Deutschlands ist zu dieser Rosskur gezwungen, weil die Einnahmen durch den Rückbau des Investmentbankings schneller fallen als die Kosten.

lg