Geldscheine wirbeln von Zentrale der Deutschen Bank

Größerer Verlust Deutsche Bank im Boni-Rausch

Stand: 16.03.2018, 09:17 Uhr

Der Verlust der Deutschen Bank ist im vergangenen Jahr noch höher als erwartet ausgefallen. Das hindert das Geldhaus aber nicht, deutlich höhere Boni zu bezahlen.

Insgesamt beträgt die Gesamtsumme der variablen Vergütungen für die rund 97.500 Mitarbeiter des Konzerns 2,275 Milliarden Euro. Für 2016 hatte die Bank lediglich 546 Millionen Euro an Boni ausgeschüttet.

Höherer Verlust

Die höheren Boni sorgen bei manchem Beobachter sicherlich für großes Befremden. Denn der Verlust des Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 735 Millionen Euro. Bisher war die Bank von 497 Millionen Euro Minus ausgegangen. Leiden müssen erneut die Aktionäre. So sinkt die Dividende von 19 auf 11 Cent je Aktie.

Cryan verdient weniger

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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Immerhin verzichtet das Top-Management erneut auf seinen Bonus. Vorstandschef John Cryan bezog 2017 ein Grundgehalt von 3,4 Millionen Euro. Das sind 400.000 Euro weniger als im Vorjahr. Grund ist eine Änderung der Vergütungsregeln.

Dass die Deutsche Bank trotz eines Verlusts Boni bezahlt, ist auf den zweiten Blick durchaus nachvollziehbar. Denn der Verlust auf Konzernebene sagt nichts über die Leistungen jedes einzelnen Mitarbeiters aus. So dürften viele Mitarbeiter eben auch individuell für Gewinne verantwortlich sein, die allerdings durch andere negative Faktoren im Gesamtkonzern überkompensiert wurden.

Beispielsweise leidet der Konzern schon seit Jahren unter dem extrem hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Diese sind zu einem beachtlichen Teil die Folge von Verfehlungen von Mitarbeitern aus der Ära des ehemaligen Vorstandschefs Josef Ackermann.

ME