Chinesische Flagge spiegelt sich in den Deutsche Bank Türmen
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Großaktionär im Visier Deutsche Bank/HNA: Ging da alles mit rechten Dingen zu?

Stand: 05.12.2017, 08:44 Uhr

Die Finanzaufsicht BaFin knöpft sich die HNA vor. Es geht um die Ereignisse im Frühjahr 2017, als sich die Chinesen Schritt für Schritt bei der Deutschen Bank einkauften.

Konkret steht die Frage im Raum, ob die HNA damals korrekte Stimmrechtsangaben gemacht habe. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die BaFin untersuche, ob HNA in der Mitteilung an die Aufsicht auch die Großaktionäre um HNA-Gründer Chen Feng hätte angeben müssen, da sie möglicherweise das Unternehmen beherrscht haben.

Deutsches Gesetz fordert Transparenz

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Sobald Aktionäre in Deutschland mehr als drei Prozent an einem börsennotierten Unternehmen halten, müssen sie per Stimmrechtsmitteilung angeben, welche Gesellschaften oder bedeutenden Einzelaktionäre dort das Sagen haben. Melden musste HNA daher die komplette Kette der Konzernstruktur.

Die HNA erklärte: "Die Stimmrechtsmitteilungen von HNA in Bezug auf die Deutsche Bank waren und sind korrekt." Der undurchschaubare und weltweit umstrittene Konzern war in diesem Jahr mit 9,9 Prozent zum bedeutendstem Aktionär von Deutschlands größtem Geldhaus aufgestiegen.

Anja Kohl
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Hintergrund für die Entscheidung der Finanzaufsicht sei eine Verfügung der Schweizer Übernahmekommission. Diese hatte kürzlich erklärt, dass die Angaben von HNA bei der Übernahme eines Schweizer Airline-Caterers im Mai 2016 für 1,5 Milliarden Dollar "unwahr bzw. unvollständig" gewesen seien. Nun wolle die BaFin nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Blackbox HNA

Ob Aufsichtsbehörden wie die BaFin die finanziellen und personellen Mittel haben, um die Frage nach den Machtstrukturen des HNA-Konzerns beantworten zu können, ist allerdings fraglich.

HNA Group-Logo auf einem Monitor durch eine Lupe gesehen

Bei der HNA muss man schon genau hinsehen. | Bildquelle: picture alliance / Wang Zhaofeng/Imaginechina/dpa

Denn die HNA ist und bleibt eine Blackbox. An der Analyse der verschachtelten Eigentümerstrukturen sind schon ausgewiesene Experten wie Klaus Meyer, Professor an der China Europe International Business School in Shanghai, verzweifelt. Die wirklichen Machtverhältnisse sind unklar.

Seit 1. Dezember ist der undurchschaubare Konzern übrigens um eine schillernde Facette reicher geworden: Zum Monatsersten hat der frühere Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Leitung der Hainan Cihang Charity Foundation übernommen; die Stiftung ist der größte Aktionär der HNA.

ag

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Deutsche Bank
Seit dem Frühjahr 2017 hat sich die HNA Schritt für Schritt bei der Deutschen Bank eingekauft. Mit einem Anteil von 9,9 Prozent hält die HNA nun mehr Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus als der Investmentriese Blackrock und Katar. Aktuell ist das HNA-Aktienpaket rund 3,3 Milliarden Euro wert. Es ist nicht der einzige Deal der Chinesen in Deutschland.